Vor einigen Jahren verlagerte der Nokia-Konzern die Produktion von Bochum nach Rumänien, in der Erwartung, dort höhere Gewinne einzustreichen. In den nächsten Jahren werden wahrscheinlich Opel und Outokumpu folgen, beide Konzerne wollen die Produktion in Bochum so schnell wie möglich einstellen, in der Hoffnung dadurch bessere Geschäftsergebnisse einfahren zu können. Damit fallen direkt mehr als 4.000 Arbeitsplätze weg. Das sind weitere 4.000 Menschen plus deren Familien, die sich in den nächsten Jahren darum Sorgen machen müssen, wie sie über die Runden kommen. Hinzu kommen noch diverse Zuliefererbetriebe, wie zum Beispiel Johnson Controls. Johnson Controls hat schon angekündigt, 220 Stellen in Bochum zu streichen. Die Hochschule Aachen schätzt, es werden 45.000 Stellen bei Zuliefererbetrieben in ganz NRW wegfallen. Der Betriebsrat von Johnson Controls stellt richtig fest: „Als Beschäftigte bei Johnson Controls, wie auch bei Opel, haben wir eine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der ganzen Region und für die Zukunft unserer Jugend. Der Betriebsrat ist daher gesprächsbereit, aber er wird keine Verhandlungen zum Zweck einer reinen Abwicklung führen. Die Angebote der Unternehmensleitung über Arbeitsplätze im 350 KM entfernten Saarlouis sind kein wirkliches Angebot! “ Mit jedem abgebauten Arbeits- und Ausbildungplatz schwinden auch die Perspektiven von uns Jugendlichen. Momentan fehlen schon mehrere zehntausende Ausbildungsplätze und hunderttausende Arbeitsstellen im Ruhrgebiet. Es ist nicht hinnehmbar, dass es noch mehr werden, weil Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse verbessern wollen. Dies geht alles auf unsere Kosten, unsere Zukunft, die Zukunft der ganzen Region ist gefährdet. Um diese Gefahr abzuwehren fordern wir:
- Statt Arbeitsplatzabbau, Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich
- Für jeden Jugendlichen das Recht auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz seiner Wahl
- Unbefristete Übernahme für alle ausgelernten Azubis
- Jeder Arbeitgeber muss 10% seiner Arbeitsplätze als Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Es muss ein Angebot von 112,5% des Bedarfs an Ausbildungsplätzen geben, um eine freie Berufswahl zu ermöglichen. (Feststellung des Bundesverfassungsgerichts)
Diese Forderungen gehen natürlich zu Lasten der Konzernprofite, doch dies ist notwendig wenn wir Zukunftsperspektiven haben wollen. Oft verlangen die Manager großer Firmen, von uns auf Forderungen, welche zulasten der Firmenprofite gehen Abstand zu nehmen. Nokia und Opel haben allerdings eindrucksvoll gezeigt: Der Verzicht auf Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Lohn oder auf geltende Tarifbedingungen führt nicht zu einer Sicherung der Arbeitsplätze!
Unsere Wirtschaft, die von dem Streben nach Profit gelenkt wird, wird allerdings immer wieder Tausende Menschen auf die Straßen setzen und uns unserer Zukunftsperspektiven berauben. Obwohl es in den meisten Wirtschaftszweigen eine chronische Überproduktion gibt, führt diese nicht zu einer Verbesserung der Lebensstandards sondern sorgt dafür, dass Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren und der Lebensstandard sogar sinkt. Eine solche Wirtschaftsweise ist bei den heutigen Produktionsstandards nicht mehr angemessen. Wir brauchen eine Wirtschaft in der die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen, nur dann wird es für alle Menschen eine gesicherte Zukunft geben.

Am Mittwoch, dem 12.03. fand vor dem Bochumer Arbeitsgericht der Prozess gegen den Betriebsrat der Burger King-Filiale in Bochum-Wattenscheid statt. Die Geschäftsführung klagte auf Auflösung des Betriebsrats, da dieser gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen habe und keine Zusammenarbeit mit ihm möglich sei. Im Laufe der Verhandlung stellte sich jedoch raus, dass dieser Fall nur ein Beispiel von vielen dafür ist, wie Unternehmen versuchen, Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit zu behindern.
So lautete ein Vorwurf an den Betriebsrat zum Beispiel, dieser würde nicht fristgerecht zu Betriebsratssitzungen einladen und auch sonst nur wenig für die Belange der Beschäftigten tun. Dieser Vorwurf konnte durch entsprechende Dokumente schnell widerlegt werden. Der zweite lautgewordene Vorwurf, der Betriebrat habe widerrechtlich die Einstellung von Menschen mit Migrationshintergrund verweigert und wolle diese diskriminieren, konnte ebenso schnell entkräftet werden. Der Betriebsrat, selbst mit Migrationshintergrund, wies darauf hin, dass z.B. Hygienevorschriften im Betrieb nur in deutscher Sprache aushingen und es deshalb für die Lebensmittelqualität und die Gesundheit der KundInnen riskant sei, Menschen ohne grundlegende Deutschkenntnisse in der Lebensmittelzubereitung anzustellen. Darauf konterte die Geschäftsleitung, dass man für die Arbeit bei Burger King “nicht viel können” müsse und schon gar keinen “Magister in Deutsch” vorzuweisen habe, um zum Beispiel im Restaurant den Boden zu wischen. Der Betriebsrat deckte auch hier die Strategie des Unternehmens auf, Leute als Reinigungskräfte zu bezahlen, sie dann aber an der Kasse und der Fritteuse arbeiten zu lassen, um Geld einzusparen.
Als alle Vorwürfe gegenüber dem Betriebsrat, er handle wider das Betriebsverfassungsgesetz entweder von ihm, seinem Anwalt oder der Richterin abgewiesen wurden, ging die Geschäftsführung – quasi als letztes Mittel – dazu über, dem Betriebsrat Korruptheit vorzuwerfen. Angeblich nehme dieser den Rechtsstreit mit dem Unternehmen nur auf sich, um sich von etwaigen Entschädigungen sein Studium finanzieren zu können. Dann stellte sich allerdings heraus, dass es das Unternehmen war, das einige Zeit vor der Verhandlung auf den Betriebsrat zuging, und ihm Geldsummen für den Fall anbot, dass er seine Interessenvertretungsarbeit niederlege.
Letztlich war auch die Richterin von den Vorwürfen so wenig überzeugt, dass sie die Vertreter von Burger King wiederholt fragte, ob sie wirklich noch auf Auflösung des Betriebsrats klagen wollten. Andere Vorwürfe, die das Unternehmen dem Betriebsrat voller Empörung machte, wurden als gängige Betriebsratspraxis und legal eingestuft, so dass der Anwalt des Betriebsrats die Geschäftsführung im Laufe des Prozesses fragte, ob diese das Betriebsverfassungsgesetz überhaupt schon einmal gelesen hätten. Der Prozess wurde nicht abgeschlossen und geht vielleicht in eine nächste Runde.
Die vom Betriebsrat abgelehnten Einstellungen nahm das Unternehmen dann übrigens trotzdem vor – was an diesem Tag der einzig feststellbare Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz gewesen sein dürfte.

Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) verurteilt den Staatsstreich in der Ukraine
Bundespräsident Gauck forderte Anfang Februar auf der „Sicherheitskonferenz“ in München, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernehmen solle. Was das heißt, zeigt sich jetzt mit dem Staatsstreich in der Ukraine.

Die Massendemonstrationen in Kiew, entstanden aus Unzufriedenheit großer Bevölkerungsteile mit ihrer wirtschaftlichen Situation und der Regierung Janukowitsch, haben zum Sturz des Präsidenten geführt. Damit ist ein Machtkampf innerhalb der ukrainischen Oligarchie zugunsten der pro-westlichen Fraktion entschieden worden. Dieser Flügel, für den unter anderem Julia Timoschenko steht, und die Demonstranten, die seine Massenbasis bilden, wurden maßgeblich von der EU und namentlich der Bundesrepublik unterstützt und gefördert. Die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU baute mit Vitali Klitschko einen politischen Gewährsmann der deutschen Politik in der Ukraine auf, Kanzlerin und Außenminister verhandelten immer wieder mit der Opposition, die Politik der Bundesregierung war eine einzige Ermunterung zum Staatsstreich. Was wir in den letzten Wochen in der Ukraine erlebt haben, folgte einem bekannten Muster imperialistischer Politik, wie es sowohl bereits einmal in der Ukraine und anderen osteuropäischen Staaten bei den sogenannten „Bunten Revolutionen“, als auch in Libyen und Syrien zur Anwendung kam.

Um die Ukraine aus den Einflussbereich Russlands herauszubrechen und für EU und NATO zu öffnen, ist dem Imperialismus jedes Mittel recht, bis hin zur möglichen Provokation eines offenen Bürgerkriegs und der Unterstützung faschistischer Organisationen und bewaffneter Verbände. Insbesondere der deutsche Imperialismus kann bei seiner Strategie der Destabilisierung der Ukraine und ihrer Loslösung von Russland an eine hundertjährige Geschichte der Einflussnahme anknüpfen. Die Enkel der ukrainischen Kollaborateure mit dem deutschen Faschismus, die offen faschistische Reaktion, tobt sich jetzt aus – unter den wohlwollenden Blicken des Westens und seiner „liberalen“ Anhänger in der Ukraine. Mitglieder des „Rechten Blocks“ übernehmen Polizeifunktionen, so kontrollieren sie zur Zeit den Flughafen in Kiew. Diese paramilitärischen Banden handeln nicht ohne Unterstützung der oppositionellen Führer. Klitschko äußerte öffentlich, der „Rechte Block“ müsse nun Ordnung herstellen.

Die Kommunistische Partei ist vom Verbot bedroht, ihre Büros werden gestürmt und verwüstet, ihre Mitglieder verfolgt. Denkmäler Lenins und der Roten Armee, die die Ukraine vom Faschismus befreite, werden gestürzt. Rabbiner rufen die ukrainischen Juden auf, das Land zu verlassen. Die Ukraine wird nationalistisch „gesäubert“ und so fit gemacht für die neue Westanbindung.

Wir lassen uns nicht täuschen: In der Ukraine geht es nicht um „Freiheit“, sondern um den imperialistischen Wettbewerb um Einflusssphären und Absatzmärkte, nicht um den Aufstand demokratischer Bürger gegen ein autoritäres Regime, sondern um die Entscheidung zwischen den globalen Machtblöcken und einen Machtkampf innerhalb der Wirtschaftseliten, gestützt auf faschistischen Terror. Wir wenden uns entschieden gegen die Einflussnahme des deutschen Imperialismus in der Ukraine und fordern den sofortigen Stopp jeglicher Einmischung der Bundesregierung und deutscher Politiker in die inneren Angelegenheiten der Ukraine. Wir fordern die Bundesregierung auf, das neue ukrainische Regime nicht anzuerkennen.

Wir sprechen den fortschrittlichen Kräften der Ukraine und allen anderen Teilen des ukrainischen Volkes, die Repressionen und Terror ausgesetzt sind, unsere Solidarität aus.
Bundesgeschäftsführung der SDAJ (Essen, 25. Februar 2014)

Kein Mensch ist illegal!

Gepostet am 23. November 2013 Antirassismus

Das Thema Flüchtlinge schlug in der letzten Zeit wieder große Wellen. Seitens der Presse sowie der bürgerlichen und besonders der rechten Parteien kam und hören wir täglich Hetze gegen Flüchtlinge. Um wenigstens lokal etwas dieser einseitigen und unreflektierte Meinungsmache etwas entgegenzustellen veranstalteten wir letzten Samstag einen Informationsabend zum Thema Flucht und Situation Geflüchteter in Deutschland, insbesondere in Bochum.

Ein Referent, welcher täglich mit Flüchtlingen arbeitet, führte uns durch das Thema und gab uns Einblicke in die europäische Flüchtlingspolitik und in den Alltag von Flüchtlingen in Bochum.

Im Mittelmeer zwingen die Küstenwachen der Südeuropäischen Staaten Flüchtlinge auf hoher See umzudrehen, foltern sie und halten Fischer davon ab ertrinkende zu retten. Das neue europäische Projekt Eurosur wir daran auch nichts ändern. Wegen der Regelung der sicheren Drittstaaten, werden Flüchtlinge aus Deutschland wieder
in die „Sicheren Drittstaaten“ abgeschoben. Somit ist es für Flüchtlinge so gut wie unmöglich in Deutschland Asyl zu bekommen, und wie sicher diese „sicheren
Drittstaaten“ real für die Geflüchteten sind ist auch fragwürdig. So werden z.B. Sinti und Roma häufig in ihre osteuropäischen Herkunftsländern verwiesen,
wo sie diskriminiert werden und teilweise keine Möglichkeit bekommen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Über 35 Menschen hörten sich den Vortrag gespannt an. Nach diesem gab es noch Zeit nachfragen an den Referenten zu stellen und über die Materie zu diskutieren. Oder sich bei einem Bier oder Cocktail von den harten Fakten zu erholen. Wir haben uns gefreut, dass so viele Interessierte erschienen sind, und laden alle die da
waren, die uns schon kennen oder die mal wissen wollen was die SDAJ eigentlich ist zu unserer Jahresabschlussfeier am 21.12. ins SZ ein.

“Dutzende Flüchtlinge ertrinken” (FAZ), “Drama im Mittelmeer” (Spiegel), und “Schiffsunglück” (Zeit) — so wird die Situation der Geflüchteten im Mittelmeer beschrieben. Hierbei handelt es sich weder um das erste Drama dieser Art, noch sind solche Unglücke zufällig: Die Lage der Geflüchteten ist Ergebnis einer rassistischen Abschottungspolitik Europas. Wer die Überfahrt nach Europa überlebt, wird in Deutschland kriminalisiert – aufgrund ihres Rechtsstatus werden Geflüchteten eine eigene Wohnung, Arbeit, Bildung und Ausbildung verwehrt. Durch die Residenzpflicht wird schon die Fahrt in die Nachbarstadt zum Problem.
“Wir haben nicht den NATO Krieg in Libyen überlebt um auf den Straßen Hamburgs zu sterben” sagt die Gruppe “Lampedusa in Hamburg”.

Wie sieht der Weg nach Europa und in Deutschland bis nach Bochum für Geflüchtete aus? Welchen Gesetzen und Verordnungen sind sie ausgesetzt? Welche Rechte werden ihnen genommen?? Wie und wo leben Geflüchtete in Bochum? Wie werden sie behandelt in welchem Umfang dürfen sie sich bewegen? Wie wirken sich Traumata und die rassistische Hetze auf ihre Situation aus?

Eingeladen ist ein Referent der durch die Betreuung von Betroffenen und die Auseinandersetzung mit Behörden einen Einblick in die Situation Geflüchteter in Bochum geben wird.

Kein Mensch ist illegal!

Wann: 16.11.2013, 20.30Uhr
Wo: Soziales Zentrum Bochum. (Josephstr. 2 / Ecke Schmechtingstr. U35 bis Feldsieperstr)

Das deutsche Schulsystem wird umgebaut. Mittlerweile gibt es in nur noch fünf Bundesländer Hauptschulen, da Haupt und Realschule immer öfter zusammengelegt werden, weil die Zahl der Hauptschüler stark abnimmt. Diese zusammengelegten Schulen sind im Gegensatz zu den Gymnasien “Restschulen“, ihre Ausstattungen usw. sind noch schlechter. Der Umbau der Schularten ist nicht zufällig, die Entwicklung ist eindeutig: Bald wird es in Deutschland gar keine Hauptschulen mehr geben. Stattdessen wird die Schere zwischen Gymnasium und “Restschule“ vergrößert, um es Arbeitgebern noch leichter zu machen, ihre zukünftigen Arbeitskräfte der Konkurrenz auszusetzen und sich die Besten auszusuchen.

Leistungsdruck und unterfinanzierte Schulen sind kein Zufall

Die neuen “Restschulen“ verschärfen die Konkurrenz zwischen den SchülerInnen und damit sorgen so bei einem immer größeren Teil für Perspektivlosigkeit. Zudem wird uns durch das Turboabi (G8) die Möglichkeit erschwert Abitur zu machen, wenn wir nicht direkt nach der Grundschule auf‘s Gymnasium gegangen sind. Aber auch die GymnasiastInnen sind der Selektion und dem Leistungsdruck ausgeliefert. Es besteht die dauerhafte Gefahr, vom Gymnasium auf eine “Restschule“ wechseln zu müssen, wenn sie nicht mithalten können. Daneben wurde uns am Gymnasium durch das Turboabi (G8) ein Jahr gestrichen, ob wohl wir die gleiche Menge an Schulstoff lernen müssen. Daher leiden immer mehr SchülerInnen unter Burn-Out.

Verschärfte Selektion durch Zweigliedrigkeit und Turboabi ist im Interesse der Herrschenden

Für wen wird das Ganze betrieben? Der Wirtschaft reicht es, wenn nur ein Teil der SchülerInnen – die GymanisialschülerInnen – einen relativ hohen Bildungsstand vermittelt bekommt, während es genügt, wenn die anderen viel weniger Kenntnisse vermittelt bekommen. Der Konkurrenzwahn wird nicht aufhören, solange unsere Bildung nur dazu dient, die ArbeiterInnen von morgen auszubilden und damit Profite zu erwirtschaften. Bildung ist ungleich verteilt, der Wechsel aufs Gymnasium, um auch Abitur machen zu können, wird immer schwerer. Und selbst wenn wir das schaffen würden, müssten wir uns Bücher und Nachhilfe leisten können. Wir wollen nicht, dass nich mehr ausgesiebt wird, dass Leistungsdruck und der Geldbeutel unserer Eltern unseren Schulalltag bestimmen. Die Banken und Konzerne werden das nicht ändern. Wenn wir es so nicht mehr wollen, müssen wir also selber aktiv werden.

Es reicht – Wir wollen keine Schule gegen unsere Interessen – rein in die SV!

Jetzt stehen die Wahlen der SchülerInnenvertretung an. Werde aktiv in deiner Vertretung, ob als KlassensprecherIn oder in der Vertretung für die ganze Schule. Wenn du deine Interessen als SchülerIn vertreten willst, ist es mit (natürlich spaßigen) Kinoabenden und SV-Parties nicht getan: Stehe selbst für deine Interessen ein. An der eigenen Schule musst Du ansprechen, was schief läuft, was gegen unsere Interessen durchgesetzt wird. An deiner Schule kannst Du Widerstand organisieren – nicht nur gegen das Bildungssystem, sondern auch gegen andere Dinge, die dich stören. Auch Nazis und Rassismus oder anderer Scheiße kannst du zusammen mit anderen viel mehr entgegensetzen, als wenn du allein bist.

Was wir brauchen, ist eine Schule, die nach den Interessen der SchülerInnen und nicht nach den Interessen der Banken und Konzerne aufgebaut ist. Wir brauchen eine Schule für alle, denn nur gemeinsames Lernen aller SchülerInnen kann der Beginn von Chancengleichheit in der Bildung sein. Weg mit Turboabi (G8) – Gegen Konkurrenzkampf, Aussieben und Leistungsdruck! Schluss mit dem mehrgliedrigen Schulsystem – Eine Schule für alle! Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne!

Kinder, Küche und Karriere?

Gepostet am 28. Oktober 2013 AJP

“Frauen können das nicht” oder “das ist Männerarbeit” sind Sprüche, die jede und jeder von uns schonmal gehört haben dürfte. Immer öfter folgt auf solche Dummheiten auch eine entsprechende Ansage – und auch Politiker haben “die moderne Frau” immer häufiger als Zielperson für ihre Slogans ausgemacht. Sind wir also auf einem guten Weg in Richtung diskriminierungsfreier Geschlechterverhältnisse? Der Sozialtheoretiker Fourier sagte im 19. Jahrhundert sinngemäß, der Entwicklungsgrad einer Gesellschaft lasse sich daran feststellen, welche die Stellung der Frauen in ihr habe. In Sachen Geschlechtergleichheit ist der Kapitalismus dann ziemlich hängengeblieben. Wieso?

Der Kapitalismus lebt – unabhängig, ob z.B. einzelne Berufspolitiker das doof finden – davon, dass ein Teil der Bevölkerung gegen den anderen ausgespielt wird, indem diese z.B. weniger verdienen (Frauen im Schnitt 30% weniger als Männer) und somit indirekt als Lohndrückerinnen und Konkurrenz auftreten. Der Umstand, dass es Menschen gibt, die für die gleiche Arbeit (viel) weniger Geld bekommen, schwächt die Durchsetzungskraft aller arbeitenden Menschen. Durch die weitestgehende Alleinzuständigkeit für den Großteil der häuslichen Arbeit sind Frauen im Kapitalismus so doppelt unterdrückt – sie sind mehrfach belastet und arbeiten/studieren nicht nur normal, sondern opfern einen großen Teil ihrer Zeit der Haus- und Erziehungsarbeit. Diese Situation wird aufrechterhalten, indem durch Medien, Politik usw. sexistische Rollenbilder ausgebildet und vermittelt werden. Und in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit wird mit der sog. “Herdprämie” eine Politik betrieben, die Frauen vermehrt aus der beruflichen Eigenständigkeit zurück in die Küche drängt – anstatt genügend Kindertagesplätze zu schaffen und ihnen so ein finanziell unabhängiges Leben zu ermöglichen.

Fortschrittlich wäre es, die nötige Haus- und Erziehungsarbeit auf die gesamte Gesellschaft zu verteilen, anstatt diese – als lebten wir noch im Mittelalter – an eine bestimmte Gruppe zu kommandieren. In einer Gesellschaft, in der eigentlich alles nötige vorhanden ist, die wirtschaftlich so produktiv ist, dass sie theoretisch jeden und jede satt machen könnte, ohne die Menschen 8 Stunden pro Tag für Unternehmen und zusätzlich noch einige Stunden mehr im Haushalt arbeiten zu lassen, sind die geschlechtliche Arbeitsteilung und die Frauendiskriminierung eigentlich überkommen und unzeitgemäß – was aber dem Kapitalismus nützt und von Rollenclichees aufrechterhalten wird. Deshalb lässt die Politik von derartigen Maßnahmen die Finger und diskutiert lieber über Frauenquoten in Führungsetagen, die der normalen arbeitenden Frau nichts bringen, sondern nur einer kleinen Elite Freiräume schaffen und für den Rest alles beim Alten lässt. Echte Emanzipation sieht anders aus.

Kein Mensch ist illegal!

Gepostet am 22. Oktober 2013 Antirassismus

Im April versuchte der deutsche Staat die Bochumer Schülerin Mariama über Spanien nach Guinea abschieben. In beiden Ländern hatte sie grausame Erfahrungen gemacht. Sie lebt in Bochum hat hier ihre Freunde und versucht ihren Schulabschluss zu machen.

Wie Mariama kommen aus aller Welt Flüchtlinge nach Europa und so auch nach Deutschland, weil Katastrophen, Kriege und Verfolgung das Leben in ihren Heimatländern unerträglich macht. Um in Deutschland bleiben zu dürfen, müssen sie Asyl beantragen. Wegen der harten Bedingungen und den anstrengenden und tief persönlichen Befragungen über ihre teilweise traumatischen Erfahrungen, werden viele sofort wieder in ihre Heimatländer abgeschoben. Es bekommen Ca. 2 von 100 Asyl.
Politisch wird die Situation von Asylbewerbern auf zwei verschiedene Arten von rechten und systemtragenden Parteien genutzt: Seitens rechter Parteien um gegen Ausländer und Immigranten zu hetzen, da diese nicht arbeiten und trotzdem Sozialleistungen beziehen. Diese Hetze geht soweit, dass es in Duisburg und Berlin zurzeit wieder zu massiven Übergriffen auf Asylbewerbern kommt, welche an Rostock Lichtenhagen erinnern lassen. Systemtragende Parteien nutzen Asylbewerber um Deutschland als Zuflucht der Unterdrückten und Verfolgten darzustellen. Deutschland der Bewahrer der Menschenrechte in der Welt. Woraus wiederum Kriegseinsätze im Ausland gerechtfertigt werden, da Deutschland ja ein „Verteidiger“ der Unterdrückten ist. Wie falsch beide Argumentationen sind lässt sich anhand der Lebensrealität von Asylbewerbern in Deutschland sehen. Diese stellt sich halt weder so dar, dass sie weder Schmarotzer sind, noch dass sie in Deutschland ein menschenwürdiges Leben führen könnten.

Asylbewerber bekommen grade das nötigste gestellt, ihr Regelsatz liegt bei etwa 2/3 von Hartz 4. Die Wohnbedingungen sind meist sehr schlecht, es geht bis dahin, dass ihnen undichte Container als Pflichtwohnungen gestellt werden oder sie in Lagern zusammengeballt leben. Der Staat verbietet ihnen einer Erwerbsarbeit nachzugehen und so ihr Leben erträglicher zu machen. Hinzu kommt das Fehlen jeglicher politischer Rechte, wie Demonstrations- oder Wahlrecht und die andauernde Gefahr abgeschoben zu werden. Dadurch wird ihnen jegliche Chance genommen ein selbstbestimmtes Leben zu führen oder Pläne für die Zukunft zu machen. Somit endet die Flucht vieler Menschen vor Regimen, Verfolgung und Folter hier, eingespert und entrechtet in Deutschland.

Mariama konnte ihrer Abschiebung noch Spanien nur dadurch entgehen, dass sie sich selbst so schwer verletzte, dass sie nicht ausgeflogen werden konnte. Das alleine hätte nicht gereicht, nur durch die solidarische Unterstützung ihrer Mitschüler und Lehrer konnte der öffentliche Druck aufgebaut werden, welcher die Verantwortlichen mittlerweile selbst sagen lässt, dass es unmenschlich war sie abschieben zu wollen. Alleine ist Jeder von uns schwach aber gemeinsam können wir einige Leben verändern!

Bericht über Soli-Brigaden auf Cuba

Gepostet am 16. Oktober 2013 Aktionen

reisetagebuch-label1-180x200Im Sommer 2013 haben insgesamt 50 Jugendliche der SDAJ sechs Wochen auf Cuba verbracht und an der Uni von Havanna an der Erreichtung eines Kulturzentrums mitgewirkt. Zusammen mit 30 KubanerInnen haben wir gelebt, diskutiert und sind gereist. An der Uni haben wir Veranstaltungen durchgeführt und mit Jugendlichen über das Leben im Kapitalismus und im Sozialismus diskutiert.
Wer zwar schon viel über Kuba gehört und gelesen hat, aber immer mal Eindrücke aus erster Hand kriegen wollte, ist an diesem Abend bei uns genau richtig. Und auch, wer sich noch nicht viel mit dem Thema beschäftigt hat und/oder viele Fragezeichen dort sieht, ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns, euch anhand von Fotos, Berichten und Filmmaterial unsere Erfahrungen näher zu bringen, die wir sicher nie vergessen werden. Natürlich dürfen die kubanischen Cocktails dabei nicht fehlen.

Wir freuen uns auf Euch!

Kneipenabend am 15.06.2013, Einlass 20:00 Uhr
Ort: Soziales Zentrum Bochum (U35-Haltestelle Feldsieper Straße)

Wähle den Weg des Widerstands!

Gepostet am 15. September 2013 Aktionen

Am 14. September sind in Bochum tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Abwälzung der Krisenkosten zu demonstrieren. Gewerkschaften, Wohlfahrsverbände und zahlreiche weitere Organisiationen
hatten zu einem bundesweiten “UmFairTeilen”-Aktionstag aufgerufen. Auch SDAJ und DKP trotzdem dem regnerischen Wetter, um gegen Lohndumping, Sozialabbau und Prekäre Beschäftigungsverhältnisse auf die Straße zu gehen.

Die Gewerkschaften, von denen ver.di zahlenmäßig am stärksten vertreten war, kritisierten in den Redebeiträgen die unsoziale Politik, durch dies Konzerne die Krise zur Steigerung ihrer immensen Profite auf dem Rücken
der arbeitenden Menschen nutzen. Dass eine Stimme für SPD und Grüne daran etwas ändern soll – daran glauben immer mehr Menschen nicht mehr.

“Wähle den Weg des Widerstands!”: Unter diesem Motto versuchte die SDAJ in einem gemeinsamen Block mit der DKP, eine klassenkämpferische Perspektive aufzuzeigen. “Gemeinsam mit tausenden KollegInnen und AktivistInnen auf die Straße zu gehen und zugleich bewusst machen, dass eine kämpferische Interessensvertretung mehr bewirkt als die Kreuzchen
auf den Wahlzetteln – das war unser Ziel.”, meint Eric, Vorsitzender der SDAJ Ruhr-Westfalen. “Damit wollten wir auch verhindern, dass dieser Tag als Wahlkampfveranstaltung für Rot-Grün vereinnahmt wird.”

Für uns steht fest: Wir kämpfen selbst für unsere Interessen, in Schule, Uni und Betrieb.
Die Durchsetzung unserer Forderungen nach einem Leben ohne Ausbeutung, Arbeitslosigkeit, Krisen und Krieg werden wir nicht mit, sondern nur gegen die etablierten Parteien erkämpfen können. Daher wählen wir den
Weg des Widerstands!*

* … und machen am 22. September in Ermangelung von Alternativen trotzdem ein Kreuz bei der Linkspartei