IMG_20160629_154051DU WILLST WAS TUN GEGEN KRIEG?
Dich nervt Bundeswehr-Werbung in der Schule, der Uni oder Deinem Viertel? Wir wollen Jugendliche in Bochum zusammenbringen, die sich gegen die Bundeswehr und andere Kriegstreiber im In- und Ausland einsetzen wollen. Starten wir gemeinsam Aktionen gegen die Profiteure von Krieg und Militarisierung!

Es darf nicht normal sein, dass Milliarden für Rüstung und Kriegspropaganda ausgegeben werden, die in unseren Schulen, Jugendzentren und Sportzentren fehlen! Die Einsätze der Bundeswehr führen nicht zu mehr Sicherheit oder Gerechtigkeit in der Welt, sondern zu Elend und Tod, Hunger und Flucht. Die Gewinner von Waffenhandel, neuen Rohstoff- und Absatzmärkten und dem „Wiederaufbau“ der zerbombten Länder sind vor allem große Banken und Konzerne. Die haben auch in Bochum Niederlassungen. Auch in Bochum hängt an jeder zweiten Ecke Werbung für die Bundeswehr als Arbeitgeber. Darauf haben wir keinen Bock! – deshalb wehren wir uns!

Ein erstes Treffen soll am Dienstag, den 5. Juli um 19:00 in Bochum-Langendreer stattfinden. Wie es weiter geht, was wir konkret machen wollen, entscheiden wir dann gemeinsam. Alle Jugendlichen dürfen mitmachen – außer Rassisten und ähnlichen Arschlöchern.

Komm vorbei und bring deine Freundinnen und Freunde mit!

SDAJ auf dem UZ-Pressefest!

Gepostet am 23. Juni 2016 Unsortiert

160510_Pressefest-SDAJ_uzpressefest-button-4Das nächste Pressefest findet vom 1. bis 3. Juli 2016 in Dortmund statt.

Seit 1974 lassen es sich die Kommunistinnen und Kommunisten nicht nehmen, mit dem Pressefest der DKP-Wochenzeitung „Unsere Zeit“ einen politischen und kulturellen Gegenpunkt zu Entsolidarisierung, Kommerz und Kapitalismus zu setzen. Die SDAJ richtet auch dieses mal wieder den Jugendbereich auf dem UZ-Pressefest aus.

Mit politischen Runden, Musik, Spiel- und Spaß, günstigem Essen und Getränken, wollen wir ein Wochenende miteinander diskutieren, uns kennenlernen und feiern. Gäste aus der ganzen Welt kommen auf Einladung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) an diesem Wochenende in Dortmund zusammen.

 

Zum Programm geht es hier lang:

Wieder einmal lassen die Cineasten von der SDAJ Bochum eine Sternstunde der Filmgeschichte wieder aufleben und zeigen Stanley Kubrick’s Klassiker „Dr. Seltsam“. Der 1964 in die Kinos gekommene Film erzählt die Geschichte eines durchgedrehten US-Generals, der versucht, einen Atomkrieg gegen die Sowjetunion vom Zaun zu brechen – um dies zu verhindern, versammelt sich die US-amerikanische Politikerkaste im „War Room“ des Pentagon und versucht, die Zerstörung der Welt aufzuhalten (und im besten Fall die Russen zu besiegen). Dabei zeigt Regisseur Kubrick, dass im Krieg auch die eigene Bevölkerung zur Zahl verkümmert, mit der ohne mit der Wimper zu zucken Kosten-Nutzen-Rechnungen aufgemacht werden.

Der Film wurde für 4 Oscars nomiert – die SDAJ Bochum vergibt 5 von 5 möglichen Sternen! Kommt vorbei und genießt die Kinoatmosphäre im Sozialen Zentrum. Wir sorgen wie gewohnt für Cocktails (Cuba Libre, Mojito), Bier (Fiege, Veltins) sowie Softdrinks und Snackereien.

PS: Die hier angegebene End-Uhrzeit ist übrigens fiktiv.

 

Das ganze finden im Soziales Zentrum Bochum Josefstr. 2, 44791 Bochum statt.

Am 04.06. wollen Nazis in Dortmund den „Tag der deutschen Zukunft“ ausrufen und demonstrieren. Sie warnen vor Einwanderung und der angeblich „geplanten Ausrottung des deutschen Volkes“. Sie fordern eine „Volksgemeinschaft“ und ein Ende der Einwanderung. Wir wollen deshalb am 21. Mai fragen, was hinter den Argumenten der Nazis steckt, wieso ihre Forderungen falsch sind und wie man ihnen am besten entgegentreten kann. Zuerst wird es ein Argumentationstraining gegen immer wieder zu hörende rechte Parolen geben, bei dem wir gemeinsam überlegen, mit welchen Argumenten man der Hetze den Wind aus den Segeln nehmen kann. Danach werden wir uns mit dem Aufruf der Dortmunder Nazis auseinandersetzen und auch darüber informieren, wie man am 04.06. in Dortmund selbst gegen Nazis aktiv werden kann – weil über Nazis reden nicht reicht. Eingeladen sind alle – außer Nazis.

Im Anschluss gibt es unseren SDAJ-Kneipenabend mit Musik, günstigen Getränken (Cocktails, Bier, Softdrinks), Spielen und worauf Ihr sonst Lust habt. Wir freuen uns auf Euren Besuch, gute Diskussionen und viel Spaß!

Wann? Samstag, 21.05. um 18.00 Uhr64_kampagnenabschluss

Wo? Soziales Zentrum Bochum, Ecke Joseph-/Schmechtingstraße

 

Offener Brief an Ottilie Scholz

Gepostet am 24. Juni 2015 Unsortiert

Sehr geehrter Frau Oberbürgermeisterin,

wir sind zutiefst entsetzt darüber, dass Sie zusammen mit anderen OberbürgermeisterInnen aus dem Ruhrgebiet einen Brief an die Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft, unterschrieben haben, in dem Sie die Abschaffung der Einzelfallüberprüfung bei Asylanträgen gefordert haben. Wir sind erschrocken, dass Sie sich dafür aussprechen, dass Flüchtlinge schneller, d.h. ohne diese konkrete Überprüfung in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können. Es scheint Ihnen gleichgültig, in welcher Lage sich diese Menschen befinden, dass Familien auseinandergerissen werden, Alte und Kranke den Heimweg mit unzureichender medizinischer Versorgung überstehen müssen und das Menschen, die vor Rassismus, Diskriminierung und Verfolgung geflohen sind, dorthin zurückgeschickt werden.

In dem von Ihnen mitunterzeichneten Brief heißt es:
“Nicht nur nicht hilfreich sondern geradezu kontraproduktiv sind Erlasse, die darauf abzielen, im Nachgang zu bestandskräftig festgestellten Ausreiseverplichtungen noch einmal in Einzelfallprüfungen einzutreten und Familienverbünde nicht auseinanderzuziehen … Stattdessen benötigen wir alle Unterstützung, Menschen mit bestandskräftig festgestellten […] Ausreiseverpflichtungen in ihre Heimatländer zurückzuführen, um die notwendigen Plätze für um ihr Leben fürchtenden Flüchtlinge freizuziehen.”
Sind Sie sich bewusst, in welche Rhetorik Sie damit verfallen? Ist Ihnen klar, dass Sie damit der Losung der Nazis „Das Boot ist voll“ Rückenwind verleihen? Im Bochumer Stadtrat sitzen Parteien wie die NPD, die eine solche Politik schon lange forcieren.Mit Ihrer Unterschrift haben Sie nicht zuletzt den Rechten mit ihrer Umtriebigkeit, die seit Monaten für eine Abartigkeit nach der anderen von sich reden machen, einen Erfolg zugestanden.

Sie sind bereit die wenigen Rechte zu beschneiden, die Flüchtlingen in Deutschland noch geblieben sind und die derzeit massiv unter Druck geraten, nicht zuletzt durch die Welle rechtspopulistischer Bewegungen wie Pegida & Co.

Anstatt verschiedene Flüchtlingsgruppen gegeneinander auszuspielen, sollten Sie sich dafür einsetzen, dass alle Flüchtlinge das Recht genießen, hier unterzukommen, das Recht erhalten, Arbeit zu finden und in unsere Gesellschaft integriert zu werden. Sie sollten sich gegen die Praxis einsetzen, dass Flüchtlinge in angeblich sichere Drittstaaten abgeschoben werden, wie es bspw. bei Sinti und Roma oftmals der Fall ist. Sie werden in Länder geschickt, wo sie rassistischer Verfolgung ausgesetzt werden. Können Sie das guten Gewissens rechtfertigen?

Woran es doch offensichtlich viel mehr fehlt ist ein übergreifendes, landesweites oder gar bundesweites Konzept zur Flüchtlingsunterbringung und -integration. Warum prangern Sie nicht an, dass Städte im Ruhrgebiet Flüchtlinge in Zeltlager unterbringen, während es gleichzeitig Wohnungsleerstand gibt. In dem Brief kritisieren Sie richtigerweise die Unterfinanzierung der Kommunen. Rücken Sie dies als Forderung in den Mittelpunkt! Warum fordern Sie nicht, dass das Geld für diese Aufgabe dort zu holen sei, wo die Profiteure von Krieg und Elend sitzen. Deutsche Konzerne und Banken verdienen an militärischen Konflikten und sozialem Elend in anderen Ländern dieser Welt, z.B. durch zahlreiche Waffenexporte. Sie sollten zur Kasse gebeten werden!

Wir, die SDAJ Bochum, fordern, dass Sie als Oberbürgermeisterin die Willkommenskultur, die Sie in dem Brief beschreiben, aktiv unterstützen. Wir fordern ein Bleiberecht für alle Flüchtlinge. Spielen Sie den Nazis nicht in die Hände. Wir fordern Sie dazu auf, dass Sie Ihre Unterschrift zurücknehmen und der Forderung nach offener und solidarischer Flüchtlingspolitik nachkommen.
Say it loud, say it clear, Refugees are welcome here!
Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend Bochum
Brief der OberbürgermeisterInnen an Hannelore Kraft: http://linksfraktionbochum.de/wp-content/uploads/2015/05/Schreiben-HVB-an-MP.pdf

1.Mai Nazifrei

Wieder einmal haben Nazis versucht, den 1. Mai, traditioneller Kampftag der Arbeiterklasse, für sich einzunehmen und rassistische Hetze zu verbreiten. Überall in Deutschland kam es zu Demonstrationen von Faschisten und Angriffen auf Kundgebungen und Demonstrationen von Gewerkschaften. Im Ruhrgebiet musste die Stadt Essen einen wütenden Nazimob der Partei „Die Rechte“ ertragen. Wir haben uns zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden gegen diese Provokation gewehrt.
Im Folgenden dokumentieren wir die Geschehnisse des Tages.

Anreise der Nazis traf auf erheblichen Widerstand!

Für 18:00 war die Demonstration der Rechten im Stadtteil Kray angemeldet. In Köln und Dortmund trafen sich die Nazis jeweils um 16 Uhr, um nach Essen weiterzufahren. In beiden Städten versuchten AntifaschistInnen, die Nazis an der Abreise nach Essen zu hindern. Während in Dortmund eine pünktliche Zugfahrt der Nazis durch einen schweren Polizeieinsatz ermöglicht wurde, kam es in Köln zu größeren Verspätungen. Eine Gruppe von 40 Neonazis kam sogar nie in Essen an und konnte den 1.Mai vom Liveticker aus verfolgen.

Polizei prügelt Nazis den Weg frei und hindert Gegendemonstranten an Anreise

Hauptbahnhof Essen: Um ca. 17:10 Uhr begab sich eine Gruppe von rund 200 AntifaschistInnen auf Gleis 22, um zu den angemeldeten Gegenprotesten zu gelangen. Eine Polizeikette versperrte jedoch den Zugang zu den Zügen. Etwas später traf eine Gruppe von rund 150 Neonazis aus Dortmund in Essen ein. Die Polizei griff die AntifaschistInnen brutal unter dem Einsatz von aufgehetzten Polizeihunden und Schlagstöcken an, um sie vom Gleis zu drängen und den Faschisten den Weg zu ihren Zügen zu ermöglichen. Die AntifaschistInnen wurden hingegen von der Anreise zu den angemeldeten Gegenkundgebungen abgehalten und stattdessen in einem unbelüfteten S-Bahntunnel für ca. 1,5 Stunden festgehalten. Dies ist ein schwerer Eingriff in das Versammlungsrecht! Hierbei ist besonders festzuhalten, dass Polizeibeamten sehr rücksichtslos vorgingen. So wurden zahlreiche Menschen verletzt, unter anderem auch Minderjährige, wie auf mehreren Videos zu sehen ist.

Auftaktkundgebung der Nazis geht durch Protest unter/ Naziroute wird maßgeblich blockiert

Nachdem sich der Kessel im S-Bahntunnel am Essener Hauptbahnhof gelöst hatte, verstärkten hunderte AntifaschistInnen die Gegenproteste am Ort der Auftaktkundgebung der Nazis am Krayer Markt, die bereits begonnen hatte. Gemeinsam mit AnwohnerInnen sorgten wir durch lautstarken Protest in unmittelbarer Nähe zu den Nazis dafür, dass ihre Hetze kaum Gehör fand.

Die Demo-Route der Nazis, die vom Krayer Markt nach Gelsenkirchen Rotthausen führen sollte, wurde von AnwohnerInnen und AntifaschistInnen blockiert. Den Nazis blieb rund 2/3 ihrer Demostrecke verwehrt, obwohl die Polizei weder Kosten noch Mühen scheute, den Naziaufmarsch in voller Länge durchzusetzen.

Polizei kapituliert gegen Nazis

Der Polizei kommt an diesem Tag eine sehr üble Rolle zu. Nicht nur, dass sie AntifaschistInnen, PassantInnen und AnwohnerInnen schikanierte, sie ließ sich auch von den Nazis vor sich hertreiben. So konnten hunderte gewaltbereite Nazis im Bahnhof Dortmund und später auch in Essen nahezu ohne Polizeibegleitung ihr Unwesen treiben. Über den gesamten Nachmittag haben offen auftretende Faschisten ohne jegliche Polizeibegleitung im Dortmunder Hauptbahnhof rumgelungert und bedrohten zum Teil Antifaschisten und Passanten. Auch in die späte Nacht hinein konnten Gruppen von Nazis ohne Polizeibegleitung im Ruhrgebiet umherfahren waren so stets eine Gefährdung. In Dortmund Dorstfeld Beispielsweise wurde eine Gruppe von rund 30 Neonazis um 00:00 auf dem S- Bahngleisen ohne Polizeibegleitung gesichtet, welche voraussichtlich den Naziskins zuzuordnen sind.
Einen Höhepunkt der Überforderung bei der Polizei mit den Nazis der Möchtegernpartei „die Rechte“ zeigte sich bei Spontandemo von rund 100 Neonazis durch die Essener Innenstadt. 100 unbegleitete Neonazis sind ohne Polizeibegleitung durch die Essener Innenstadt gelaufen und skandierten hasserfüllte Parolen, bis sie – viel zu spät – von der Polizei gekesselt wurden und ihr Unwesen damit zunächst beendet war.

Fazit des Tages

Die Nazis können sich lediglich bei der Polizei bedanken, dass ihr Aufmarsch und ihre rechten Exzesse möglich und sichtbar waren. Gleichzeitig gab es jedoch entschiedenen, breiten und überregionale Widerstand gegen den Aufmarsch der Faschisten. Eine Woche vor dem 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus haben wir deutlich gezeigt, was wir von rechter Hetze halten.
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Liebe Freundinnen und Freunde,
wie jeden Monat, veranstalten wir am 21.03. um 19 Uhr wieder unseren Kneipenabend im Sozialen Zentrum Bochum. Nachdem wir zuletzt Filme geschaut und über Rechtspopulismus diskutiert haben, wollen wir diesen Monat einen lockeren Überblick darüber bieten, was die SDAJ eigentlich ist, warum sie ist, wie sie ist und was sie warum wie macht. Weil das ganz schön viele Fragen sind, versuchen wir, unsere politische(n) Orientierunge(n) anhand verschiedene Beispiele (Antimilitarismus/-imperialismus, Antifaschismus, ArbeiterInnenpolitik und marxistische Theorie) aufzuzeigen und mit euch zu diskutieren. Natürlich ist dabei Raum für all die Fragen, die ihr vielleicht schon öfter im Kopf hattet, aber bisher nicht stellen konntet oder wolltet. Wie immer gibt es die sagenhaft günstigen und leckeren Cocktails (Mojito, Cuba Libre) und Biere sowie antialkoholische Getränke. Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!

bannerNicht erst seit der Pegida Bewegung werden faschistische Parolen von Menschen propagiert, die nicht unbedingt sofort als Nazis einordbar sind.
In seinem Buch „Rechtspopulismus“ gibt Philipp Becher einen Überblick über dieses Phänomen: Gemeinhin als rechtspopulistisch bezeichnet, polemisieren sie scharf gegen – meist muslimische – Einwanderer und vertreten Parolen von »law and order«, fordern jedoch ebenso mehr plebiszitäre Elemente. In Deutschland findet sich ein Spektrum aus Internet-Blogs, Zeitschriften und Think-Tanks mit deutlicher Nähe zum Rechtspopulismus, das sich in der »pro«-Bewegung parteiförmig ausdrückt. Und seit Oktober 2014 auch als Pegida. Der Autor analysiert diese Bewegungen im Kontext ihrer historischen Entwicklungen und im Vergleich zu ihren Pendants in Europa und den USA. Am 21.02. wird Philipp Becher sein Buch im Rahmen des SDAJ Kneipenabends im SZ in Bochum vorstellen und eine Versuch vornehmen, die aktuellen Bewegungen rund um Pegida und Hogesa einzuschätzen.

Beginn: 20.00Uhr Soziales Zentrum Bochum
Danach: Skibble Gebibble

*Phillip Becher (2013): Rechtspopulismus Reihe „Basiswissen Politik /
Geschichte / Ökonomie“, Köln: PapyRossa Verlag, 123 Seiten*

Im Herbst letzten Jahres marschierten in Köln und Hannover jeweils tausende rechte Hooligans und Neonazis gemeinsam, um unter dem Deckmantel des „Antisalafismus“ ihre fremdenfeindliche und rassistische Hetze unters Volk zu bringen. Bei gewalttätigen Übergriffen der Rechten wurden dabei in Köln mehr als 50 Menschen verletzt. Die „Hooligans gegen Salafisten“, kurz HoGeSa, wie sie sich selbst nennen, wollten am Sonntag nun auch in Essen aufmarschieren.

Schnell formierte sich dagegen breiter Widerstand. Das antifaschistische Bündnis „Essen stellt sich quer“ rief dazu auf, den Naziaufmarsch zu blockieren. Dazu musste es letztendlich gar nicht kommen – die Versammlung der Rechten wurde im Vorfeld verboten und die Verantwortlichen von HoGeSa brachen die Mobilisation ab. Dennoch haben Menschen aus Essen und dem restlichen Ruhrgebiet am Sonntag ein Zeichen gegen rassistische Hetze gesetzt, indem sich etwa 3.000 Menschen an der trotzdem durchgeführten Kundgebung von „Essen stellt sich quer“ beteiligten.

Die SDAJ-Gruppen aus dem Ruhrgebiet, also Essen, Dortmund, Bochum und Witten, waren auf der Demo selbstverständlich ebenfalls anwesend. Gemeinsam mit den Genoss*innen der Essener DKP haben wir Präsenz gezeigt und unsere Solidarität mit Flüchtlingen bekundet.

Eine kritische Betrachtung erfordert indessen unserer Ansicht nach die Rede des Oberbürgermeisters von Essen, der zwar ebenfalls seine Unterstützung für Asylsuchende verkündete, in seiner realen Politik aber kaum einen Beitrag dazu leistet, die tatsächlichen Lebensumstände der in Essen lebenden Flüchtlinge zu verbessern. Solidarität kann nicht nur durch Reden gezeigt werden sondern muss sich auch praktisch äußern, um einen wirklichen Wert zu haben. Das sollte sich auch der gesinnungssolidarische Reinhard Paß in seiner Arbeit vor Augen führen.

Auch am ersten Montag des Jahres 2015 sind die Anhänger der rassistischen und von Neofaschisten geführten Bewegung „Pegida“ auf die Straße gegangen, diesmal nicht nur in Dresden, sondern auch in München, Berlin und Köln. Dabei skandierten die Nationalisten nicht nur ihre rassistischen Parolen sondern auch wieder den Spruch „Wir sind das Volk“. Diese verzerrte Selbstwahrnehmung haben diesen Montag Antifaschistinnen und Antifaschisten bundesweit eindrucksvoll widerlegt.

Zwar konnte „Pegida“ in Dresden erneut mehr als 17.000 Menschen mobilisieren und stand einer Gruppe von „nur“ knapp 4.000 Antifaschist*innen gegenüber, im Rest des Landes aber machten die Rassisten keinen Stich. So drückten in Hamburg über 4.000, in Stuttgart und Münster sogar jeweils über 8.000 Menschen ihren Widerstand gegen „Pegida“ und seine Ableger aus, in München, Berlin und Köln, wo die Rechten aufmarschieren wollten, waren sie den antifaschistischen Kräften jeweils eindeutig unterlegen. In München kamen die rund 60 Anhänger von „Mügida“ keine hundert Meter weit, bevor sie von der Gegendemonstration gestoppt wurden, in Berlin hinderten die Antifaschist*innen „Bärgida“ daran, durch das Brandenburger Tor zu marschieren.

In Köln waren Genossinnen und Genossen aus den SDAJ-Landesverbänden Rheinland- und Ruhr-Westfalen an den Aktionen gegen „Kögida“ beteiligt. Nach Presseangaben liefen hier einige hundert Rechte auf, um ihre rassistische Ideologie zu verbreiten, auf der Gegenseite waren zwischen 7.000 und 10.000 Menschen versammelt, um sie daran zu hindern. Und die Aktionen der Antifaschistischen Kräfte waren erfolgreich – die Rassisten konnten sich zwar vor dem Bahnhof Messe/Deutz versammeln, hatten aber keine andere Wahl, als ihre geplante Demonstration abzusagen und nach einer Standkundgebung wieder zu verschwinden. Statt „Kögida“ zog nun die Gegendemonstration über die Deutzer Brücke auf den Roncalli-Platz vor den abgedunkelten Kölner Dom, um nach erfolgreicher Behinderung der Pegida-Anhänger die Wiederbeleuchtung einzufordern.

Die Entwicklung in Dresden ist immer noch höchst beunruhigend und dennoch – dieser Montag hat überall in der Bundesrepublik in aller Eindeutigkeit gezeigt, dass Pegida als Bewegung eben nicht „das Volk“ darstellt, sondern eine kleine Minderheit, die sich vor allem wirksam präsentieren kann. Solange wir als antifaschistische Kräfte geschlossen und bestimmt gegen solche Bewegungen vorgehen, können sie niemals wirklich Fuß fassen. Deshalb: Schulter an Schulter gegen Faschismus!