Seit einigen Jahren versuchen Neonazis um den 13. Februar herum in Dresden aufzumarschieren, um mit einem „Trauerzug“ der Bombardierung Dresdens zu gedenken. Sie betreiben damit eine Geschichtsfälschung, die unmittelbar am bürgerlichen Geschichtsbild anknüpft. Immer wieder werden öffentliche Gedenkveranstaltungen, die mehr ver- als erklären, von Geschichtsrevisionisten missbraucht. Am 13. Februar 2011 waren ein Drittel der Anwesenden beim städtischen Gedenken auf dem Dresdener Heidefriedhof Neonazis.
Bürgerliche Geschichtsdeutung
In der bürgerlichen Geschichtsdeutung fehlen leider oft ausführliche Worte über die Hintergründe der Bombardierung – die deutsche Kriegsschuld. Dass große Teile der deutschen Wirtschaft sich zuerst an Rüstungsaufträgen und später an kostenlosen Zwangsarbeitern aus den besetzten Gebieten und Rohstoffvorkommen erfreuten, passt nicht ins bürgerliche Geschichtsbild. Durch das Verschweigen dieser historischen Tatsachen werden revisionistischen Geschichtsdeutungen Tür und Tor geöffnet.
Der Krieg des Kapitals…
Das deutsche Großkapital hatte sich niemals mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg abgefunden. Daher lief bereits ein Jahr nach Kriegsende und trotz Verbot durch den Versailler Vertrag die Arbeit in den Forschungseinrichtungen der deutschen Rüstungskonzerne wieder auf Hochtouren – angespornt vom erneuten Anlauf zu einem Großdeutschen Reich mit einer Vormachtstellung in Europa. Die Kriegsziele der Wehrmacht dienten dabei allesamt den wirtschaftlichen, politischen und geostrategischen Interessen der deutschen Konzerne, wie z.B. der Eroberung von verschiedenen Rohstoffquellen oder der Bekämpfung des Kommunismus. Wer die Kriegsinteressen des deutschen Kapitals verschweigt oder sie hinter den Mitläufern und der Rolle des Volkes versteckt, verschleiert den Klassencharakter des Krieges – genauso wie es die faschistische Ideologie immer gemacht hat.
…kehrt Heim ins Reich
Ab 1940 begannen dann die Alliierten Angriffe auf das Deutsche Reich zu fliegen. Dabei wurden vor allem Infrastruktur, Industrie und Militäranlagen bombardiert. Dresden war Anfang 1944 neben Breslau die letzte intakte Garnisonsstadt, die über 120 industrielle Betriebe hatte und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war. Außerdem war sie eine der Hochburgen der Faschisten. Dies führte zur Bombardierung der Stadt vom 13. bis 16. Februar 1944, welche etwa 25.000 Menschen das Leben kostet. Der Vernichtungskrieg, den die Nazis im Interesse des deutschen Kapitals vom Zaun gebrochen haben, war in das Reich heimgekehrt und brachte großes Leid über die eigene Bevölkerung.
Widerstand als praktisches Gedenken
Am 18. Februar 2012 werden Kameradschaften, NPD und „Vertriebenenverbände“ wieder versuchen eine Demonstration durchzuführen, um ihre Geschichtsfälschung zu verbreiten. Zusammen mit allen demokratischen und antifaschistischen Kräften wollen wir – wie schon in den letzten zwei Jahren – alles daran setzen, den Aufmarsch zu verhindern. Mit Blockaden wollen wir eins klarstellen: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Nur mit kontinuierlichen antifaschistischen Aktionen können wir es schaffen die Nazis auf Dauer von der Straße und aus den Köpfen zu bekommen.
Die produktivste Art, den Opfern des Faschismus adäquat zu gedenken, ist immer noch der praktische Widerstand gegen seine Wiedergänger.
Beteilige dich an den Blockaden in Dresden am 18. Februar. Aus nahezu allen großen deutschen Städten werden sich Busse auf den Weg machen um den Aufmarsch zu verhindern.

















