Wir dokumentieren den Aufruf des Bündnisses „Dortmund stellt sich quer!“, den auch der SDAJ-Bundesverband unterzeichnet hat:

Dort­mund stellt sich quer! Sie wer­den nicht durch­kom­men!

Zum 7. Mal in Folge wol­len Neo­fa­schis­ten an­läss­lich des An­ti­kriegs­ta­ges durch Dort­mund mar­schie­ren. Für den 3. Sep­tem­ber mo­bi­li­sie­ren sie eu­ro­pa­weit in die Ruhr­ge­biets­me­tro­po­le. Nach dem wie­der er­folg­reich ver­hin­der­ten Marsch durch Dres­den gilt der so ge­nann­te „Na­tio­na­le An­ti­kriegs­tag“ in Dort­mund als einer der wichtig­sten Auf­mär­sche der deut­schen Neo­na­zis.

Dort­mund hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu einer Hoch­burg mi­li­tan­ter Neo­na­zis ent­wi­ckelt. Bru­ta­le Über­grif­fe auf Mi­gran­tIn­nen und linke Ju­gend­li­che, auf Ge­werk­schaf­te­rIn­nen und po­li­tisch ak­ti­ve Men­schen, auf al­ter­na­ti­ve Buch­lä­den und auf Par­tei­bü­ros, auf Knei­pen und Ver­an­stal­tun­gen, auf Woh­nun­gen von An­ti­fa­schis­tIn­nen gehen wei­ter und neh­men an Bru­ta­li­tät zu.

Die Nazis sagen, Dort­mund sei ihre Stadt. Wir sagen: Nie­mals!

Po­li­zei, Jus­tiz und lo­ka­le Po­li­tik haben das Pro­blem seit Jah­ren ver­harm­lost. Sie tra­gen Ver­ant­wor­tung für das Er­star­ken der Neo­fa­schis­ten in Dort­mund. Seit dem Jahr 2000 gehen vier Morde auf das Konto der Neo­na­zis: drei Po­li­zis­ten wur­den von dem Neo­na­zi Micha­el Ber­ger er­schos­sen, der Punk Tho­mas Schulz von einem ju­gend­li­chen Neo­fa­schis­ten er­sto­chen. Seit ei­ni­ger Zeit ver­än­dert die Zi­vil­ge­sell­schaft ihre Sicht und ent­wi­ckelt Pro­test und Ge­gen­wehr. Aber die Po­li­zei bleibt ihrer Linie treu: An­ti­fa­schis­ti­sches En­ga­ge­ment wird immer wie­der be­hin­dert, Neo­na­zis kön­nen na­he­zu un­ge­stört agie­ren.

Spendenkonto
VVN – BdA – Dortmund
BLZ: 440 501 99
Kontonr.: 301 01 3094
Verwendungszweck: 03.09.

Der An­ti­kriegs­tag er­in­nert an den fa­schis­ti­schen Über­fall der Nazis am 1. Sep­tem­ber 1939 auf Polen. Es war der Be­ginn eines Raub- und Ver­nich­tungs­krie­ges, der die Welt in Brand steck­te und über 50 Mil­lio­nen Tote hin­ter­ließ. Der An­ti­kriegs­tag ist der Tag aller De­mo­kra­tIn­nen und Kriegs­geg­ne­rIn­nen, die die Mah­nung aus un­se­rer Ge­schich­te: „Nie wie­der Fa­schis­mus! Nein zum Krieg!“ wach­hal­ten und für eine Welt des Frie­dens und der in­ter­na­tio­na­len So­li­da­ri­tät ein­tre­ten.

Die deut­schen Neo­na­zis ste­hen in der Tra­di­ti­on der NSDAP. Sie be­ju­beln den bei­spiel­lo­sen Ver­nich­tungs­krieg gegen die So­wjet­uni­on mit 17 Mil­lio­nen toten Zi­vi­lis­ten eben­so wie die bar­ba­ri­sche Mas­sen­ver­nich­tung der Juden, Sinti und Roma. Sie leug­nen die Ver­bre­chen der Wehr­macht und der SS und tra­gen Slo­gans wie „Unser Groß­va­ter war ein Held!“ vor sich her. Mit an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Phra­sen ver­su­chen sie in der sich ver­schär­fen­den Krise des Ka­pi­ta­lis­mus die so­zia­len Ab­stie­ge, Armut und Ar­beits­lo­sig­keit, Per­spek­tiv­lo­sig­keit und Exis­tenz­angst der Men­schen und be­son­ders der Ju­gend für ihre ras­sis­ti­sche und kriegs­ver­herr­li­chen­de Ideo­lo­gie zu nut­zen.

Ge­mein­sam set­zen wir ihnen un­se­ren Wi­der­stand und un­se­re Po­li­tik der Auf­klä­rung und der in­ter­na­tio­na­len So­li­da­ri­tät ent­ge­gen! Ge­mein­sam ste­hen wir gegen Krieg und for­dern seine so­for­ti­ge Be­en­di­gung in Af­gha­nis­tan – und über­all! Wir rufen die An­ti­fa­schis­tin­nen und An­ti­fa­schis­ten, die Geg­ner von Krieg und Be­sat­zung, die Ge­werk­schaf­te­rin­nen und Ge­werk­schaf­ter, die Ju­gend dazu auf, den Auf­marsch der Neo­fa­schis­ten am 3. Sep­tem­ber durch ge­walt­freie Blo­cka­den ent­schlos­sen zu ver­hin­dern! Von uns wird dabei keine Es­ka­la­ti­on aus­ge­hen. Wir sind so­li­da­risch mit allen, die der zu­neh­men­den Kriegs­pro­pa­gan­da eine Ab­sa­ge er­tei­len und den Nazis ent­ge­gen tre­ten wol­len. Ge­mein­sam wer­den wir ihren ge­plan­ten Marsch durch Dort­mund ver­hin­dern!

Der An­ti­kriegs­tag ge­hört uns!
Be­tei­ligt Euch an den De­mons­tra­tio­nen und Blo­cka­den!
Wenn Nazis mar­schie­ren, ist Wi­der­stand Pflicht!

Zum 25. Jahrestag von Tschernobyl zogen heute hunderte Friedensaktivistinnen und Aktivisten von Bochum-Werne in die Dortmunder Nordstadt. Ein buntes Publikum, von PazifistInnen bis AnarchistInnen, folgte dem Aufruf des Ostermarsches Rhein-Ruhr, um für eine Welt ohne Waffengewalt und Nutzung von Atomenergie zu protestieren. Auch der SDAJ-Landesverband Ruhr-Westfalen beteiligte sich mit einem Block. Mit eigener Musikanlage, Redebeitrag und Flugblättern haben wir den Zusammenhang zwischen Atompolitik, Imperialistischer Aggression und Profitinteresse deutlich gemacht.

Unser Protest war schwerpunktmäßig gegen die deutsche Bundeswehr gerichtet. Sie ist das zentrale Mittel, die Interessen des deutschen Kapitals in aller Welt durchzusetzen. Nicht nur, dass die deutsche Bundeswehr in 11 Ländern stationiert ist, auch ihre Auftritte in der Öffentlichkeit – wie Schulen, Jobcentern und Berufsmessen – sollen dazu beitragen, deutsche Kriegspolitik als alltäglich wahrzunehmen und die Bundeswehr als normalen Arbeitgeber dazustellen. Hierbei profitieren sie von der Perspektivlosigkeit der Jugend, die aufgrund von Ausbildungsplatzmangel häufig keine Alternativen zum Dienst an der Waffe sieht.

Im Schatten der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima richtete sich der Protest ebenso gegen die Nutzung der Atomenergie. Erst im letzten Herbst stellte sich die Schwarz-Gelbe Bundesregierung mit der Laufzeitverlängerung an die Seite der Energiekonzerne – gegen den Willen der Bevölkerung. An den Fakten hat sich seitdem wenig geändert: es gibt nach wie vor weltweit kein einziges Endlager für radioaktiven Müll und die Kraftwerksbetreiber sind noch immer einer demokratischen Kontrolle weitgehend entzogen. Das «Moratorium» dient vor allem dazu, das Wiedererstarken der Anti-AKW-Bewegung abzuschwächen. Zudem wird die Diskussion um Atomwaffen – über 50 Nuklearsprengköpfe lagern allein in Deutschland – ausgeblendet.

Wie jedes Jahr führte unsere Strecke durch den Dortmunder Stadtteil Dorstfeld. Die ortsansässigen Faschos haben es sich nicht nehmen lassen, aus ihrer Wohnung am Wilhelmsplatz die TeilnehmerInnen der Demonstration abzufilmen und -fotografieren. Weitere Provokationen und Angriffe fanden dieses Jahr nicht statt.

Es bleibt dabei: Gegen die Interessen der Energie- und Rüstungskonzerne müssen wir einen breiten und entschlossenen Protest organisieren. Wir können uns nicht auf die Parlamente verlassen; das ändert auch ein Bundestagsabgeordneter Marco Bülow nicht, der auf der Zwischenkundgebung zwar viel von Frieden gesprochen hat, aber dennoch Mitglied der Kriegspartei SPD ist.

Wir rufen alle dazu auf, den Ostermarsch weiterhin zu unterstützen und ihn auf breite Füße zu stellen.

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!
Kernkraftwerke abschalten, Atomwaffen verschrotten!

Fotos gibts unter www.sdaj.org!

Am 19. Februar 2011 wollten Faschisten in Dresden mit einem „Trauermarsch“ die Bombardierung der Stadt am 13. und 14. Februar 1945 für ihr revisionistisches Geschichtsbild vereinnahmen. Aus deutschen Tätern wollten sie deutsche Opfer machen.

Doch über 20.000 AntifaschistInnen machten es den gerade mal 2.000 Neonazis unmöglich sich zu sammeln, geschweige denn zu demonstrieren. Das zivilgesellschaftliche Bündnis „Dresden Nazifrei!“ konnte den Erfolg vom letzten Jahr wiederholen, als 12.000 Menschen mit friedliche Massenblockaden den Naziaufmarsch verhinderten. Ebenso wurde das Gedenken der Stadt am 13. Februar, woran sich, wie in den vergangenen Jahren, Neonazis beteiligten, von lautstarkem Protest begleitet und ein Fackelmarsch der Neonazis behindert.

Der SDAJ-Landesverband Ruhr-Westfalen beteiligte sich diese Jahr mit einem Bus an den Blockaden. Zusammen mit befreundeten Organisationen und Einzelpersonen machten wir uns Freitagnacht im über 20 Busse starken NRW-Konvoi auf den Weg nach Dresden. Wir wollten mithilfe der Fingertaktik Polizeiabsperrungen durchfliessen und die uns vom zentralen Organisationsbüro zugeteilten Blockadepunkte erreichen.

Gegen 8 Uhr morgens kamen wir im Vorort Dresden-Briesnitz an und liefen in einem großen Demonstrationszug in Richtung Südvorstadt. In Löbtau wurden wir mit Feuerwerk von den BewohnerInnen des linken Hausprojektes „Squat Praxis“ empfangen.

Das Hausprojekt ist im Verlauf des Tages von einem Mob aus etwa 200 Faschisten vor den Augen der Polizei angegriffen worden, wobei die Fensterscheiben in den unteren Etagen vollkommen zerstört wurden.
Zwischenzeitlich hatte sich ein Lautsprecherwagen zu uns gesellt. Im Stadteil Plauen ist unser Demonstrationszug dann von behelmten Polizeibeamten mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Fausthieben angegriffen worden. In Folge des massiven Polizeiangriffes und aufgrund der nur bedingt funktionierenden Leitungsstruktur unserer Demo gelang es der Polizei, uns zusammen mit anderen Gruppen in der Nöthnitzerstrasse einzukesseln. Die Polizei zeigte sich absolut unwillig, in Verhandlungen zu treten und lehnte jedes Gespräch ab. Erst als weitere AntifaschistInnen eintrafen, löste sie auf unseren Druck den Kessel auf. Ein Teil unserer Gruppe konnte so in Richtung Hauptbahnhof durchkommen und sich dort an den Blockaden beteiligen. Zusammen mit vielen anderen haben wir stundenlang an der Südseite des Hauptbahnhofes ausgeharrt.

Einige GenossInnen hatten sich in einen Imbiss zurückgezogen, um sich von den Polizeiangriffen zu erholen. Zeitgleich führte die Polizei mehrere hundert Faschisten durch diese Gegend, die vor dem Imbiss eingekesselt wurden. Ohne Polizeischutz mussten die GenossInnen mehrere Stunden in dem Imbiss ausharren, während die Faschisten sie bedrohten und versuchten in den Imbiss zu gelangen. Nur mithilfe der Betreiber konnten sie daran gehindert werden.

Nachdem die Neonazis den Heimweg angetreten waren, fand sich unsere Gruppe wieder zusammen und wir reisten ohne Zwischenfälle zurück ins Ruhrgebiet.

Zum Verhalten der Polizei äußerte sich Franziska Radtke, Sprecherin des Bündnisses Dresden Nazifrei!: „Rechts wegschauen, links weghauen – das umreißt die Polizeistrategie am 19. Februar. Die Polizei hat sich auf das Verprügeln der Blockierer konzentriert.“ Ab Eintreffen der Konvois in Dresden kam es zu massiven Angriffen von Polizeibeamten auf die Blockierer. Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt sind Wasserwerfer eingesetzt worden. „In diesem Zusammenhang ist der Nazi-Angriff in Löbtau ein deutlicher Beweis für die Schwerpunktsetzung der Polizei an diesem Tag.“ Mehrere Hundert durch Reizgas und Schläge verletzte Blockierer zeichnen ein klares Bild der Polizeitaktik.

Nachdem die meisten Blockierer abgereist waren stürmten schwer bewaffnete und vermummte Angehörige eines Sonderkommandos das Haus der Begegnung, wo neben einer Anwaltskanzlei und kulturellen Initiativen auch das Pressebüro von Dresden Nazifrei! untergebracht war. Das LKA Sachsen beschlagnahmten Handys und Computer und verhafteten die Anwesenden unter dem Vorwurf der Vorbereitung und Verabredung einer Straftat. Radtke: „Offenbar wollten sich die Beamten für die erfolgreichen Blockaden rächen. Sie hatten es auf die Pressestelle des Bündnisses abgesehen. Doch wir lassen uns nicht einschüchtern.“

Insgesamt ist der 19. Februar als großer Erfolg der antifaschistischen Bewegung zu werten. Es ist uns gelungen einen der größten Naziaufmärsche Europas zu verhindern. Um der Repression jetzt ebenso entschlossen entgegentreten zu können braucht das Bündnis dringend eure Spenden.

Das Spendenkonto:

Empfänger: Bund der Antifaschisten e.V.
Konto: 7431721010
BLZ: 85095004
Volksbank-Raiffeisenbank Meißen
Kennwort: Dresden Nazifrei

Als antifaschistische Kraft in unserer Stadt sind wir solidarisch mit allen Menschen, die sich für ein nazifreies Bochum engagieren. Nicht nur in unserer Nachbarstadt Dortmund, sondern im ganzen Ruhrgebiet häufen sich Aktivitäten aber auch gewalttätige Übergriffe der Faschisten. Doch wir setzen ihnen etwas entgegen: Im folgenden soll ein (unvollständiger) Überblick der aktuellen Konfrontationen und der antifaschistischen Arbeit gegeben werden.


Nazidemo in Bochum am „Nationalen Antikriegstag“ 2010

Im Anschluss an den „6. Nationalen Antikriegstag“, der im September 2010 in Dortmund stattfand, zogen sich etwa 50 frustrierte Faschos am Bochumer HBF zusammen, da sie in Dortmund ja nicht marschieren durften. Dies war auch der bundesweiten Mobilisierung, unter anderem der SDAJ, gedankt. In Bochum protestierten sie vor allem gegen ihre eigene Führung, von der sie sich verraten fühlten. Abgerundet wurde dieses Fiasko durch den beherzten Eingriff Bochumer AntifaschistInnen, der den Aufmarsch auch in Bochum stoppte.

Im Oktober wurde ein alternativ gekleideter Musiker in einer U-Bahn von drei Nazis mit Pfefferspray angegriffen. Auch unbeteiligte Passagiere wurden in Mitleidenschaft gezogen. Als SDAJ-Gruppe, die im betreffenden Stadteil sehr aktiv ist, konnten wir dem Opfer unsere Unterstützung anbieten und schufen Öffentlichkeit.

Die NRW-NPD hat in Bochum-Wattenscheid ihre Landeszentrale. So ist hier für sie die organisatorische Struktur so groß, dass sie jährlich Heldengedenken an Krigsdenkmälern der gefallenen deutschen Soldaten beider Weltkriege durchführt. Im Vorfeld haben mutige AntimilitaristInnen gleich mehrere Denkmäler verschönert. Die Statue in Bochum-Langendreer, die die Inschrift „Einst kommt der Tag, da alle Welt Euren Ruhm verkünden wird!“ trägt, verlor gar ihren Kopf. Das Heldengedenken der Nazis im November fiel dann auch noch so klein wie nie zuvor aus, obwohl sie sich die Mühe machten, einige Denkmäler von der Farbe zu reinigen.


Jüdischer Friedhof im November 2010

Gar nicht schön jedoch waren die Folgeaktionen der Faschisten, die in einer kopflosen Racheaktion den jüdischen Friehof schändeten. Die Polizei war jedoch der Meinung, dass die dutzenden SS-Runen und Hakenkreuze nicht sicher auf eine politisch- oder rechtsmotivierte Tat schliessen ließen.

In der Sylvesternacht ereignete sich erneut ein Überfall auf zwei alternativ gekleidete Jugendliche im Bochumer HBF. Einer der beiden wurde schwer verletzt und musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Trotz der Aussage der Opfer, dass einer der Täter ein „Good Night Left Side!“ Emblem auf der Jacke trug, sieht die Polizei auch hier keine politische Motivation.

Vielmehr ist die Polizei zu beschäftigt damit, gegen AntifaschistInnen, auch aus den Reihen der SDAJ, zu ermitteln, die vermeintlich an illegalen Blockaden gegen Fascho-Aufmärsche beteiligt gewesen sein sollen. In einer Welle von Prozessen stehen mehrere Dutzend AntifaschistInnen vor Gericht, alleine sieben wegen einer Blockade gegen „Pro NRW“ am 26. März 2010 in Bochum.


Satirische Kundgebung zum Harry-vs.-Antifa-Prozess in Bochum

Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangte der so genannte „Tortenprozess“ gegen den als verantwortlich gekennzeichneten Genossen, wegen eines Plakats gegen einen Naziaufmarsch. Unter dem Slogan „kein Zuckerschlecken für Nazis!“ war auf dem Plakat ein Bomberman mit einer Torte in der Hand abgedruckt. Die Justiz sah hierin einen Aufruf zu Straftaten.

Aufgrund der vielen Prozesse haben wir ein breites Bündnis gegen die Kriminalisierung von AntifaschistInnen (BKA) gegründet und Protestaktionen vor dem Gerichtsgebäude veranstaltet, um Öffentlichkeit und Solidarität zu schaffen. So z.B. bei dem Prozess gegen einen Antifaschisten, der vom Fernsehcop Harry (von Toto und Harry) mithilfe des Gummiparagraphen “Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte” angeklagt wurde. Dieser hatte sich den Finger verstaucht, als er den Genossen gegen eine Wand schleuderte.

Zudem sammeln wir Spenden, um die betroffenen GenossInnen zu unterstützen. Wer spenden möchte:

attac Bochum,
Konto-Nr. 11234400,
BLZ 43060967,
GLS Bank
Verwendungszweck: “BKA”


Neofaschisten greifen Antifa-Spontandemo an

Am Montag den 24. Januar protestierten etwa 30 AntifaschistInnen gegen eine spontane Flugblattverteilaktion von jungen Kadern der NPD und JN. Die Nazis griffen den Demozug mit Schlägen, Tritten, Pfefferspray und Feuerlöschern an, konnten aber verjagt werden. Nichtsdestotrotz mussten einige GenossInnen im Krankenhaus behandelt werden. Auch umstehende PassantInnen wurden von den Attacken getroffen. Wie es sich für echte deutschnationale Helden gehört, sehen sich natürlich die Nazis als Opfer und beklagen, dass sie von „gewaltbereiten Berufsantifaschisten“ angegriffen worden seien.

Eine gelungene Aktion war die Gedenkkundgebung zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in der Bochumer Innenstadt. Von einer Gruppe nicht organistionsgebundener Jugendlichen initiert, versammelten sich etwa 40 AntifaschistInnen. Auch die SDAJ hielt eine Rede und rief zu einer Gedenkminute, aber auch zu weitergehenden Protesten gegen Naziaktivitäten, etwa in Wuppertal oder Dresden auf. Der Landesverband Ruhr-Westfalen organisiert hierfür einen Bus.

Hiermit dokumentieren wir den Aufruf der Bochumer „Antifaschistischen Freundinnen und Freunde“ zum Gedenken an den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.

Die Kundgebung wird heute (Donnerstag) um 17 Uhr auf dem Husmannplatz beginnen. Wir finden die Idee einer Gedenkkundgebung an diesem Tag gut und wichtig und werden ebenfalls dabei sein.

Der Aufruf:

FASCHISMUS? RASSISMUS? NAZIS? WIR SAGEN NIE WIEDER!

Der heutige Tag ist der Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz, die am 27.Januar 1945 durch die rote Armee erfolgte. An diesem Tag wollen wir zum Innehalten anregen und zudem darauf aufmerksam machen, dass es Nazis auch noch hier und heute mitten unter uns gibt. Und es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass ihrem menschenverachtenden Weltbild ein anderes entgegengesetzt wird. Ein menschenfreundliches Weltbild, in dem jede*r Platz hat und nicht aufgrund seiner/ ihrer kulturellen, sexuellen, religiösen Identität diskriminiert wird.

Trotz der deutschen Geschichte und obwohl uns der Nationalsozialismus für immer eine Lehre sein sollte, haben sich in den letzten paar Jahren wieder rassistische Thesen in der Bevölkerung verbreitet. Nachdem die ausländerfeindlich motivierten Pogrome in Rostock und anderen Städten, die in den 90er Jahren stattfanden, vergessen und/oder verdrängt wurden, darf mensch mittlerweile wieder ungeniert in seiner Stammkneipe über die unsozialen Migrant_innen in seiner Nachbarschaft ablästern.

Wir sagen NIE WIEDER!

Wer in seiner Schule die Worte „schwul“, „behindert“ / „Spast“ oder „Jude“ als Schimpfwort benutzt, wird nicht schiefangeguckt. Es wird ausgeblendet, dass Menschen, die homosexuell, behindert oder Juden waren, 1933 bis 1945 systematisch ermordet wurden. Sie wurden in den KZ’s wie Tiere gehalten, zur Arbeit gezwungen oder umgehend getötet.

Wir sagen NIE WIEDER!

Jahr für Jahr machen Bochumer Antifaschist*innen eine Demonstration in Gedenken an Josef Gera, der aufgrund seiner Homosexualität in Bochum von Nazis ermordet wurde. Doch es sind immer die gleichen, die demonstrieren und auf Geschehnisse aufmerksam machen. Der Rest der Stadt schweigt.

WIR SAGEN NIE WIEDER!
NIE WIEDER FASCHISMUS! RASSISMUS RAUS AUS DEN KÖPFEN!

Den heutigen Gedenktag zur Befreiung des KZ Ausschwitz wollen wir nicht nur dazu nutzen, den Millionen Opfern des Nazi-Regimes zu gedenken, sondern auch an jede_n einzelne_n Bürger_in apellieren, sich der Verantwortung bewusst zu machen, an einem Gedenktag wie diesem stehen zu bleiben.
Sie bleiben nicht nur stehen, sie helfen dabei mit, dass das Vergessen aufhört.
Was 1933 passiert ist, darf nicht vergessen werden. Was so vielen Menschen angetan wurde, deren Familienmitglieder umgebracht und bis zum äußersten gequält wurden auch nicht.

Die NPD sitzt wieder im Stadtrat und darf ihr menschenverachtendes Weltbild verbreiten. Helfen Sie mit, dass Bochum trotz den Nazis, die leider immer noch nicht aus der Geschichte gelernt haben, zu einer Stadt wird, in der auch Menschen, die nicht in das Schema des „arischen“,
heterosexuellen, christlichen deutschen Mannes passen, sich akzeptiert fühlen.
An einem Novemberwochenende des letzten Jahres kam es zu mehreren Schändungen jüdischer Grabstätten und Erinnerungsstätten an die Shoa in Bochum.
Nazis beschmierten die Gedenktafel für die ehemalige Wattenscheider Synagoge in der Passage zum Brauhof und die gläsernen Stelen für die Opfer der Shoa am Nivellesplatz mit Hakenkreuzen.

Außerdem wurde der historische jüdische Friedhof in Wattenscheid an der Bochumer Straße geschändet. Etwa 25 Grabsteine wurden mit Farbe beschmiert und zum Teil umgestoßen. Auf den geschändeten Grabsteinen schrieben die Täter: „Juden raus“ oder malten Hakenkreuze und die Ziffer 88 ( 8.Buchstabe des Alphabet= HH = Heil Hitler).

Zudem wurde der Gedenkstein für die antifaschistischen Widerstandskämpfer*innen der Gruppe „Pöppe / Schmittfranz” auf dem Bochumer Hauptfriedhof mit Naziparolen beschmiert.

Eine Kundgebung gegen offen ausgelebten Antisemitismus und gegen rechten Vandalismus fand die letzten Monate nicht in Bochum statt. Auch in der Öffentlichkeit war das Motto einmal mehr „Wegschauen statt Wegmachen“.

Deswegen fordern wir, unabhängige Bochumer Antifaschist*innen: Mehr Intoleranz gegen Intoleranz!

Wahre Toleranz heißt nämlich NICHT alles hinzunehmen, sondern einen solidarischen Umgang der Menschen miteinander. Und Menschen, die das einfach nicht verstehen wollen, muss gezeigt werden, dass ihr Weltbild in die Mülltonne gehört! Für immer!

Sagen Sie NEIN zum Vergeben und Vergessen der von Deutschland ausgeübten Greueltaten!

Ihre antifaschistischen Freundinnen und Freunde

inetplakatDie Antifaschistische Jugend Bochum (AJB) lädt zu einer Soliparty ein:
Auch wenn gerade „erst“ zwei Anklagen gegen zwei unserer GenossInnen erhoben wurden und der erste Prozesstermin bestimmt noch etwas auf sich warten lässt, ist es enorm wichtig, dass wir jetzt anfangen Solidarität zu organisieren. Und da gibt es ja einige Möglichkeiten, die entschehenden Kosten auf viele Leute zu verteilen. Eine erste Möglichkeit, die wir euch geben werden, ist der Besuch des Soli-Konzerts am Samstag, den 24.7. Mit an Board sind bisher My Terror aus Düsseldorf und Nuendie aus Bochum.*
Nach den Liveacts gibts natürlich noch ne After-Showparty. Soli-Seitan-Spieße, die ihr am Soli-Grill für Super-Soli-Preise bekommt, lassen sich selbstverständlich am besten mit SOLI-Bier und SOLI-Cocktails runterspülen.

Also, merkt euch im Antifa-Kalendar vor:

*Samstag, 24.7.
Antifa Soli-Konzert
im AusländerInnen-Zentrum
an der Ruhr-Uni Bochum *

*Beginn: 20 Uhr*

Sowjetische Fahne über dem Reichtstag
Demo am 8. Mai 2010 in Düsseldorf

Am 8. Mai 2010 jährt sich zum 65.Mal das Ende des zweiten Weltkrieges. Am 7. und 9. Mai 1945 kapitulierte die faschistische deutsche Wehrmacht bedingungslos. Damit wurde eines der brutalsten Regimes der Menschheitsgeschichte vernichtend geschlagen. Der 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus ist für uns ein Freudentag, denn dieser Tag symbolisiert den Sieg über den größten Feind der Menschheit.

Aus diesem Grund veranstaltet ein Bündnis linker, antifaschistischer Gruppen und Organisationen eine Bündnisdemonstration, die am DGB-Haus in Düsseldorf um 12:00 startet und verschiedene Orte des nationalistischen Terrors und des antifaschistischen Widerstandes in Düsseldorf aufsuchen wird.

Auch die SDAJ Bochum ruft dazu auf, an der Demonstration teilzunehmen und den Tag der Befreiung zu feiern, zugleich aber auch den Millionen Opfern von Hitlers Terrorherrschaft zu gedenken. Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus!

Los geht’s um 12:00 am DGB-Haus, Friedrich-Ebert-Strasse in Düsseldorf (Nähe HBF).

Weitere Informationen unter http://www.8-mai-2010.de/

Dresden Nazifrei!Die SDAJ Bochum solidarisiert sich mit dem Aktionsbündnis »Nazifrei! Dresden stellt sich quer«, dessen Plakate und Flyer in mehreren Razzien beschlagnahmt wurden. Ebenso wurde die Webseite Dresden-Nazifrei.de gesperrt, sodass diese auf einen Server im Ausland verschoben werden musste.

Das Bündnis hatte dazu aufgerufen, den am 13.2.2010 in Dresden stattfindenden Nazi-Aufmarsch zu blockieren.

Die Kritik an dem Vorgehen des LKA und der Staatsanwaltschaft, die die Maßnahmen damit begründet hatten, dass das Bündnis zu Straftaten aufrufe, häuft sich. Sogar Juristen wie Prof. Henning Ernst Müller, Inhaber eines Lehrstuhls für Strafrecht an der Uni Regensburg, halten diese für widerrechtlich.

Auch wir finden: Keine Kriminalisierung von Antifaschist_innen! Gemeinsam Nazis blockieren!

Thor Steinar-Klamotten, rassistische Sprechchöre und das “Auschwitz-Lied” sind inner- und außerhalb deutscher Stadien keine Seltenheit. Hinzu kommen gewalttätige Angriffe mit rechtsextremem Hintergrund.
Wir laden euch zu unserer Infoverantaltung am 08.12.2009 um 19 Uhr im Raum 6 des Bahnhof-Langendreer ein. Dort geben wir einen Überblick über Naziaktivitäten in deutschen Stadien, ihre Aktionsformen und Zielstellung. Desweiteren informieren wir euch über Beispiele aktiver Gegenwehr im Stadion.
Wir fordern: “Kein Fußball den Faschisten!”

Am Dienstag, den 1. September lädt die SDAJ um 19.00 Uhr im Bahnhof Langendreer zu einer Veranstaltung zum Thema “Autonome Nationalisten” ein. In der Ankündigung heißt es: “Faschisten marschieren durch Dortmund! Für den 5. September mobilisieren sie europaweit zu einem »nationalen Antikriegstag« in die Ruhrgebietsmetropole. Ein weiteres Mal nutzen die Faschisten den Antikriegstages für ihre Propaganda aus. Mittlerweile hat sich der Aufmarsch zu einem der wichtigsten Events der so genannten „Autonomen Nationalisten“ entwickelt. Was sind Autonome Nationalisten? Es sind Neonazis, sie sehen aber aus wie linke Antifaschisten, klauen ihre Symbole und benutzen scheinbar linke, antikapitalistische Parolen. Mit schwarzem Kaputzenpulli, Basecaps und Palistinänsertüchern propagieren sie Gewalt und Aufstand, um Jugendliche mit einem „erlebnisreichen“ Wochenende zu ködern. Das Bild vom Springerstiefel-Nazi verschwindet langsam. Die Autonomen Nationalisten machen sich nicht nur in Dortmund breit, sondern organisieren sich in ganz Deutschland.”