Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht krasse Zahlen. In NRW leben 22,7% der Kinder unter drei Jahren unterhalb der Armutsgrenze – jedes vierte Kleinkind. Damit hat NRW die zweifelhafte Ehre, nach Bremen und Hamburg das westdeutsche Bundesland mit dem höchsten Anteil armer Kinder zu sein.
Ein noch erschreckenderes Bild zeigt sich in einzelnen Ruhrgebietsstädten: So sind in Bochum 28,9% der Kinder unter drei Jahren arm, in Dortmund 33,1% und in Essen 35,1%. Im Vergleich mit Gelsenkirchen erscheint das noch wenig: Hier sind sogar 40% der unter Dreijährigen arm.

Bertelsmann liefert mit diesen alarmierenden Zahlen auch gleich eine kleine Beruhigungspille mit: Insgesamt entwickele sich die Kinderarmut in Deutschland rückläufig, behauptet die Stiftung. Um sage und schreibe 0,3 Prozentunkte sei die Kinderarmut in NRW seit 2008 gefallen. Dieser Rückgang ist wenig beeindruckend und bestimmt kein Grund zum Jubeln. Eine Trendwende sieht anders aus!

Wir sind uns sicher, dass noch mehr Kinder in Armut leben, als Bertelsmann behauptet. Denn die Stiftung erfasst Kinder ‚nur‘ dann als arm, wenn ihre Eltern Hartz IV beziehen. Aber „auch Familien ohne Bezug von Hartz IV fallen heute unter die Armutsgrenze, weil sie zu wenig verdienen“, kritisiert die Tageszeitung junge Welt. Das Institut Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen hat zum Beispiel errechnet, dass gut elf Prozent aller Beschäftigten in Deutschland weniger als 7 Euro brutto pro Stunde verdienen. Es ist also mehr als wahrscheinlich, dass neben den Kindern aus Hartz IV Familien auch Kinder von Niedriglohnbeschäftigten in Armut leben.

Trotz des angeblichen Rückgangs der Armutsquote ist mit einem echten Rückgang von Kinderarmut nicht zu rechnen, solange Hartz IV Sätze auf niedrigem Niveau gehalten und Menschen in Billiglohn-Arbeit gepresst werden.

Am Samstag, den 04. Juni führten wir vor der Leiharbeitsfirma “Jobs in Time” in der Bochumer Innenstadt zusammen mit der Sozialen Liste Bochum und der Linksjugend ['solid] eine Kundgebung zum Thema Leiharbeit durch.

In den verschiedenen Redebeiträgen wurde auf die Ursachen, sowie die Folgen der massenhaften Ausweitung von Leiharbeit hingewiesen: Verdrängung von Stammbelegschaften, Spaltung und Schwächung der arbeitenden Klasse, sowie Lohndrückung. Viele Passantinnen und Passanten reagierten positiv darauf, “dass mal endlich jemand was gegen Leiharbeit” macht. Ebenso
bekamen wir viel Zuspruch von Leiharbeitskräften, die zufällig an der Kundgebung vorbeigingen.

Für uns als SDAJ macht ist klar: Leiharbeit kann kein Weg aus der Massenarbeitslosigkeit sein und dient nur den Interessen der Konzerne!

Am 10.05 haben sich einige aktive Menschen im SZ getroffen und gemeinsam überlegt, dass in Bochum eine Aktion stattfinden soll, die das Thema Leiharbeit in die Öffentlichkeit rückt. Am 04.06., 15 Uhr soll in der Innenstadt – vor der Filiale der Leiharbeitsfirma jobs in time – visuell und mit Flyern auf die falschen Versprechen, die die Politik mit Leiharbeit macht aufmerksam gemacht werden. Es sollen Flyer verteilt und Redebeiträge gehalten werden. Außerdem durch Schilder die absurden Versprechungen der Leiharbeitsfirmen (“Wir vermitteln sie in Festanstellung” u.ä.) entlarvt werden.

Wir möchten alle Interessierten einladen sich an der Aktion zu beteiligen. Am 27.05. soll es ab 16 Uhr ein Treffen im SZ geben, wo Schilder gemalt und Redebeiträge vorbereitet werden sowie weitere Ideen gesammelt werden sollen.

Wir freuen uns euch zu sehen!

Leiharbeit abschaffen!Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat viele Seiten und ist noch nicht vorbei. Vor allem wir Jugendlichen haben mit den Auswirkungen zu kämpfen. Die Rettungsschirme und Milliardengeschenke an die Banken und Konzerne kosten derartige Steuersummen, die sie sich vor allem bei uns, bei Frauen und den MigrantInnen durch Kürzungen im Sozial- und Bildungswesen wiederholen. Doch auch in der “freien Wirtschaft” ist nix mit Freude schöner Götterfunken. Wurden zwischen Juni 2008 und Juni 2009, also im Krisenjahr, fast 40 % aller LeiharbeiterInnen entlassen, machen sie seit 2009 über 20% aller neu abgeschlossenen Beschäftigungsverhältnisse aus. Bei den unter 35-jährigen Arbeitenden, sind heute 28% in Leiharbeit beschäftigt. So sieht das Wirtschaftswunder des deutschen Kapitalismus aus.

LeiharbeiterInnen haben zwar keine Planungssicherheit, weniger Mitbestimmungsmöglichkeiten im Betrieb, sind einem enormen Druck ausgesetzt – oft auch durch KollegInnen, die sie als harte Konkurrenz wahrnehmen – und sind jederzeit kündbar. Sie werden dafür aber im Schnitt 23% schlechter bezahlt als ihre KollegInnen.

Wir müssen dem Trend der Leiharbeit unser Recht auf Arbeit, Ausbildung und Übernahme im erlernten Beruf entgegensetzen. Arbeitszeitverkürzung ist die Überschneidung mit den regulär beschäftigten KollegInnen, die alle unsere Rechte Möglich macht. Sonst sind die LeiharbeiterInnen spätestens in der nächsten Krise weg vom Fenster. Bis dahin schwächen sie die Betriebsräte und Tarifverträge. Der Mindestlohn ist auch nur ein Schutz der deutschen Leiharbeitsfirmen gegenüber anderen EU-Anbietern und ermöglicht noch immer kein menschenwürdiges Leben.

Besonders zynisch ist es dann wenn Leiharbeitsfirmen wie “jobs. in time” nicht viel mehr als lügen, wenn sie sagen: „Immer schön flexibel bleiben. Mit einer Festanstellung in Zeitarbeit.“ Aber eine Festeinstellung ist etwas anderes. Wir wollen auch nicht flexibel bleiben. Unsere Umfragen an den Jobcentern haben auch bestätigt, dass wir kein Interesse haben flexibler zu sein. Wir wollen Sicherheit, Geld und Freizeit und wenn das mit deren Profitstreben nicht vereinbar ist, dann werden wir halt kämpfen. Wir wollen am 21.Mai eine Aktion vor der “Jobs. in time”- Geschäftsstelle in der Bochumer Innenstadt veranstalten.

Wir laden alle interessierten Gruppen und Einzelpersonen ein am Dienstag den 10. Mai mit uns die Aktion zu planen und zu gestalten, auch inhaltlich. Wir treffen uns dafür um 19:00 Uhr im “Sozialen Zentrum” Josephstr. 2 (Ecke Schmechtingstr.) in Bochum-Hamme und die Aktion ist dann am 21. Mai 2011 vor der “jobs. in time”-Filiale in der Kortumstr. 50. Ihr seid alle zur Teilnahme eingeladen und aufgerufen.

Gemeinsam die Profiteure von Leiharbeit an den Pranger stellen. Ausbildung, Übernahme Arbeit von der man gut Leben kann, statt Spaltung der Belegschaften und mies bezahlter Arbeit.

Pressemitteilung der SDAJ Dortmund

Die atomare Katastrophe, die sich derzeit in Japan ereignet, verdeutlicht eindrücklich, dass die Nutzung der Atomenergie eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit und ihre Umwelt darstellt. Unser tiefstes Mitgefühl und unsere Solidarität gelten den Millionen von Menschen, die Opfer der gewaltigen Naturkatastrophen geworden sind und sich derzeit von der atomaren Verseuchung bedroht sehen.

Bereits in der Vergangenheit ist es immer wieder zu schwerwiegenden Zwischenfällen und Kernschmelzen in Atomkraftwerken gekommen, von denen der Reaktorunfall in Tschernobyl der wohl bekannteste ist. Trotz der
verheerenden Folgen dieser Unfälle, die ganze Landstriche für hunderte von Jahren unbewohnbar machen und die Gesundheit von Millionen von Menschen gefährden, setzten die Regierungen weltweit weiter auf die Atomenergie. Getrieben von den Profitinteressen der Energiekonzerne verschwiegen sie die Risiken des Betriebs von Atomkraftwerken und der Lagerung des anfallenden Atommülls.

Auch in Deutschland stellte die Regierung von CDU und FDP die Interessen der Konzerne über die der Bevölkerung. Dazu erklärt Tino Towara, Pressesprecher der SDAJ Dortmund: „Die Regierung Merkel hat den
Atomausstieg erst im letzten Herbst gekippt und den Energiekonzernen so riesige Extra-Profite gesichert. Dabei waren die Gefahren – auch für deutsche Atomkraftwerke – hinlänglich bekannt.“

Die SDAJ hat bereits in ihrem im Jahre 2000 beschlossenem Grundsatzprogramm – dem sogenannten „Zukunftspapier“ – den sofortigen Ausstieg aus der Atomindustrie gefordert. An dieser Forderung halten wir fest. Alle Atomkraftwerke müssen stillgelegt werden! Dabei dürfe sich die Bundesregierung nicht hinter den europäischen Nachbarländern und einer „europäischen Lösung“ verstecken, sondern sie müsse jetzt handeln, so Towara. Die bisherigen Maßnahmen hingegen dienen lediglich dazu den Druck aus den Segeln der erstarkten Anti-AKW Bewegung zu nehmen und deuteten auf Wahlkampfmanöver in Hinblick auf die Landtagswahlen hin.

Towara fährt fort: „Damit auch in Zukunft nicht die Profitinteressen der Energiekonzerne das Leben der Bevölkerung gefährden, müssen sie vergesellschaftet und unter demokratische Kontrolle gestellt werden. Nur so ist eine gerechte und sichere Energieversorgung zu haben.“

Weltweit stehen 1.500 Atomwaffen zum Abschuss bereit, einige davon auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten. Diese Waffen bedrohen unsere Existenz. Wir fordern ihre sofortige Demontage. Nur so kann ein konsequenter Ausstieg aus der Atomtechnologie gestaltet werden!

Kernkraftwerke abschalten! Atomwaffen verschrotten!

Pressemitteilung der SDAJ Ruhr-Westfalen

Nach Angaben des Betriebsrates droht zum ersten Mai 1.200 KollegInnen die Kündigung bei Opel Bochum. Im Rahmen der internationalen Finanzkrise beschloss die Mutterfirma General Motors einen Sanierungsplan, der nicht etwa ein Kürzen der Renditen der Aktionäre oder der Managergehälter vorsah, sondern das Streichen von 8.000 Arbeitsplätzen in Europa. 1.800 von ihnen sollten aus Bochum gehen, wobei einigen wenigen eine Ausweichmöglichkeit im Werk Kassel angeboten wurde. Nur 70 KollegInnen nahmen das Angebot inkl. der 25.000€ Wechselprämie an. Etwa 530 KollegInnen entschieden sich für eine Abfindung in Höhe von 100.000€.

Der Verbleib in einem Beruf am Wohnort bei Freunden und Familien ist ihnen wichtig, denn ein fester Arbeitsplatz ist Grundlage der Lebensplanung. “Leider ist im Kapitalismus kein Job sicher.” meint Stefan Reicht von der SDAJ Bochum. “Die KollegInnen pochen auf ihr gutes Recht, jetzt werden sie darum kämpfen müssen.”

Die SDAJ wünscht den KollegInnen von Opel viel Erfolg und einen langen Atem für den Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze. Die KollegInnen dürfen sich jetzt nicht gegenseitig den schwarzen Peter zuspielen, sondern müssen geschlossen handeln. “Die SDAJ ist solidarisch mit den betroffenen KollegInnen und bietet ihre Unterstützung für die anstehenden Kämpfe an.” erklärt Daniel Zimmermann vom Landesverband Ruhr-Westfalen.

Die Opelaner schauen auf eine lange und kämpferische Tradition und haben eine enorme Bedeutung für die gesamte Arbeiterklasse im Ruhrgebiet. Weder Standortlogik, noch Krisengejammer der Konzernleitung dürfen jetzt das Geschehen bestimmen. Denn nicht die Arbeitenden haben die Krise herauf beschworen, sondern sie ist Teil der kapitalistischen Produktion.

Wir zahlen eure Krise nicht!

Glück auf!

Die SDAJ schreibt in einem Flugblatt zu den Krisendemos am 12.6. in Stuttgart und Berlin:

Jetzt werde die „Handschrift der Koalition sichtbar“ – so präsentiert Angela Merkel den Horrorkatalog der Bundesregierung. Die Handschrift der Koalition ist die Handschrift des Kapitals. Denn die Streichorgie trifft vor allem Arbeitslose und Beschäftigte: Bei den ALGII-Empfängern werden 6,8 Mrd. im Jahr gekürzt. Gleichzeitig wird angekündigt, dass diese Kürzungen bis zum Jahr 2014 auf 12,7 Mrd. steigen sollen.

Konkret bedeutet der Angriff der Bundesregierung auf Erwerbslose:

  • Streichung der Rentenbeiträge für ALGII-Empfänger (1,8 Mrd. €)
  • Streichung des Elterngelds (400 Mio. €), des Heizkostenzuschusses und des Wohngelds (100 Mio. €) sowie der Renten für Hartz-IV-BezieherInnen (1,8 Mrd. €)
  • Kürzung beim Übergang von ALGI zu ALGII (200 Mio. €)
  • Kürzung beim Elterngeld (200 Mio. €)
  • Streichung von 15.000 Arbeitsplätzen beim Bund

Mit voller Wucht trifft das „Sparpaket“ die Ärmsten der Armen. Die Reichen, die Banken und Konzerne werden verschont. Um das zu verschleiern, tut die Bundesregierung so, als würde sie „bei allen“ kürzen. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die Kürzungen bei den Unternehmen als Luftnummer.

Die Brennelementesteuer für die Atomkonzerne kann von den Energiekonzernen auf die Strompreise umgelegt werden, wie dies seit Jahren gemacht wird. Die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke bringt den Konzernen außerdem Zusatzprofite. Genauso können die Luftfahrtunternehmen die Luftverkehrsabgabe
an die Kunden weiterreichen. Bleibt noch die 1 Milliarde EUR Bankenabgabe. Im Vergleich zu den Bankenrettungspaketen ein schlechter Witz. Zudem ist die Abgabe eine reine Absichtserklärung. Genauso vage und unverbindlich sind die Einsparungen im Militärhaushalt und der Bundesverwaltung. Kurz gesagt: Die Reichen, die Banken und Konzerne, das Militär: Sie sind die Gewinner des Regierungsvorhabens!

Traf die Wucht der Weltwirtschaftskrise seit Anfang 2009 die Arbeiterklasse vor allem in Form von Entlassungen bei Leiharbeitern und befristet Beschäftigten, so schlägt die Bundesregierung nun bei denjenigen zu, die das Pech haben, keinen Job mehr zu haben. So wie im letzten Jahr die Banken und Konzerne mit Milliarden-Paketen das Geld hinterhergeworfen wurde, wird es nun mit dem gigantischen Sozialraubzug der schwarz-gelben Regierung bei Hartz-IV-EmpfängerInnen genommen.

Dabei scheint dies nur der Anfang zu sein. Zwar wird offiziell behauptet, dass mit den Kürzungen bis 2014 80 Mrd. eingespart würden. Da vor allem aber die Posten, die das Kapital selbst betreffen vage sind und zudem nur geringe Summen bringen, wird der Raubzug weitergehen. Die
Bundesregierung hält noch ein ganzes Arsenal an Grausamkeiten bereit, mit dem wir zur Kasse gebeten werden. Mit der 2009 im Grundgesetz verankerten
Schuldenbremse zeigt die schwarz-gelbe Koalition, wohin die Reise gehen soll: Große Haushaltsposten wie z.B. Sozialausgaben sollen nicht länger auf Pump oder gar auf Kosten des Kapitals gezahlt, sondern gekürzt und gestrichen werden. Anstatt die Krisenkosten vom Kapital bezahlen zu lassen, müssen wir bezahlen, damit noch genug Geld da ist für Kapital und Militär:

  • 31,1 Mrd. EUR pro Jahr für die Bundeswehr und ihre imperialistischen Kriegseinsätze, z.B. in Afghanistan.
  • 123 Mrd. EUR stellt die Bundesregierung dem Euro-Rettungspaket zur Verfügung
  • 165 Mrd. EUR wirft der Staat pro Jahr den Großkonzernen per Subventionen in den Rachen

Diese Summen zeigen eins; Die Kassen sind nicht leer, wie uns ständig eingeredet wird. Die Staatskassen sind immer dann prall gefüllt, wenn es darum geht, das Militär aufzurüsten, Kriege zu führen und das „bedrohte“ Großkapital zu retten. Diese Krise wird uns in Rechnung gestellt, damit die Bundeswehr Krieg in Afghanistan und rund um den Globus führen kann, damit die Rekordgewinne der deutschen Banken und Konzerne, die sie in den letzten Jahren eingefahren haben, nicht angetastet werden. Denn schließlich geht es aus ihrer Sicht, aus Sicht der Kapitalisten darum, den Standort Deutschland fit für den globalen
Konkurrenzkampf zu machen. Die Krisenpolitik der Bundesregierung fordert uns heraus, Widerstand zu leisten. Gegen den Sozialkahlschlag, gegen Lohnsenkungen, gegen Bildungsabbau, gegen den Ausbau prekärer Beschäftigung, gegen 1-EUR-Zwangsarbeit und Hartz-4.

Dieser Widerstand erfordert nicht viel, außer der Einsicht, dass diese Krise nicht einvernehmlich zwischen uns, den arbeitenden und lernenden und dem Kapital gelöst werden kann. Diese Krise ist nicht unsere Krise. Nicht wir, die wir zur Schule gehen, Arbeiten oder Studieren haben sie verursacht – und wir weigern uns deshalb, sie zu bezahlen! Es sind die deutschen Banken und Konzerne, die in den letzten Jahren immer neue Profitrekorde aufgestellt haben. Es ist ihr kapitalistisches System, das die Krise hervorgebracht hat und immer wieder Krisen hervorbringen wird. Zwingen wir sie zur Kasse!

Die Einsicht, dass es keine Gemeinsamkeit zwischen uns und den Krisenprofiteuren gibt, hat sich offenbar noch nicht bis zu den Führungsetagen der Gewerkschaften herumgesprochen. Anstatt die Kriegserklärung des Kapitals anzunehmen und Widerstand in den Betrieben gegen die Profiteure der Krisenpolitik zu organisieren, werden Tarifrunden mit Null-Ergebnissen abgeschlossen und höchstens ein paar markige, aber folgenlose Worte in Richtung Bundesregierung ausgesprochen. Forderungen nach einer „gerechten Verteilung“ der Lasten, nach Konjunkturpaketen gehen ins Leere, denn sie akzeptieren die Logik des „Sparens“. Jahrzehntelang wurden Rekordgewinne gemacht – für uns gibt es keinen Grund zum Verzicht!

Weg mit den Kürzungsplänen!
Das Kapital soll die Krise bezahlen!
Streichen bei den Reichen!
Bildung & Ausbildung für Alle!

bochum_money

Das vom Bochumer Stadtrat verabschiedete Haushaltssicherungskonzept (HSK) ist ein Schlag ins Gesicht der Bochumer Jugend: Es beinhaltet die Finanzplanung für die nächsten fünf Jahre. Nur wenn die Stadt in diesem Zeitraum 360 Mio. € einspart, wird ihr Haushalt genehmigt. Diese Einsparungen wurden nun beschlossen und stellen einen massiven Angriff auf die Lebensinteressen von Jugendlichen, sowie Frauen und MigrantInnen im Besonderen dar. Dass die Kommunen in Deutschland klamm, ist bekannt – andere Städte stehen vor ähnlichen Finanzproblemen.

Woher kommen diese? Kommunen finanzieren sich zu einem großen Teil durch die Gewerbesteuer. Da sie nur für Unternehmen erhoben wird, hat diese Einnahmequelle durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise einen starken Einbruch erfahren. Die Kommunen haben keine Möglichkeit, ihren Handlungsspielraum selbst zu gestalten, da sie an der Gesetzgebung des Bundes und der Länder quasi nicht beteiligt sind.

Eine spontane und sinnvolle Reaktion auf die momentane Situation ist also nicht möglich, also wird die Last der Krisenkosten und falscher Gemeindefinanzierung auf die Bevölkerung abgewälzt.


Auch sie soll massiv einsparen: Hans-Böckler-Realschule in Bochum

Das HSK der Stadt Bochum unter Anderem die Schließung von 15 Schulen vor. Die SchülerInnen dieser Schulen werden verteilt, die Klassengröße steigt und die Lernbedingungen verschlechtern sich somit massiv.

Des Weiteren will die Stadt an der Reinigung der Schulen sparen – ganze 330.00€ erhofft man sich für 2010. Sind die Schulen dann verdreckt, soll auch noch an den Energiekosten gespart werden. Die Hans-Böckler-Realschule soll zum Beispiel 75.000€ weniger verbrauchen. Das kann darauf hinauslaufen, dass der Einsatz von Computern und anderen Medien stark zurück gefahren wird und Winter wird nur noch minimal geheizt – Keine guten Aussichten für die Lernbedingungen an unseren Schulen!

Auch für den Kulturbereich sieht es düster aus : Sportplatzanlagen oder Spielplätze werden geschossen und zusammen gelegt, die städtischen Schwimmbäder werden auf Zeittarif umgestellt und die Wassertemperatur wird verringert. Gleichzeitig werden Prestigeobjekte, wie das Konzerthaus, weiter bezuschusst. Kultur wird somit zu einem Privileg für die Bochumer Elite.

Weitere Einsparungen der Horrorliste sind die Verkleinerung des Außendienstes des Ausländerbüros und die Streichung von Stellen in der Gleichstellungsarbeit.

Die hier nur ausschnitthaft aufgelisteten Planungen zeigen die Tendenz der Bochumer Stadt auf, an den finanziell Schwachen, sowie im Fauen- und MigrantInnenbereich einzusparen, anstatt an andren Stellen.

Die Einsparungen im Bildungssystem sowie im kulturellen Sektor gehen uns alle an und können nur gemeinsam, durch einen möglichst breiten und lauten Protest abgewendet oder abgeschwächt werden!

Wir fordern:
- Keine Einsparungen an Schulen! Gegen Schulschließungen oder überfüllte, dreckige und unbeheizte Klassenräume!
- Kein Zusammenschrumpfen des Kulturangebots! JedeR Jugendliche muss die Möglichkeit haben die Angebote der Stadt zu nutzen!
- Gegen Kürzungen im Frauen- und MigrantInnenbereich! Lassen wir nicht zu, dass die Situation noch schlimmer wird!

Herzlich willkommen bei der SDAJ Bochum! Hier veröffentlichen wir in Kürze Beiträge, Artikel, etc. zum Thema ArbeiterInnenjugendpolitik.