1Mai

Der 1. Mai war, ist und wird der internationale Kampftag der Arbeiterklasse. Zehntausende Kolleginnen und Kollegen gehen jedes Jahr weltweit auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. An dieser Stelle dokumentieren wir die Rede der SDAJ auf der Maifeier in München.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Genossinnen und Genossen,

Bertold Brecht sagte einmal:
„Wenn das Haus eines großen zusammenbricht
Werden viele Kleine erschlagen.
Die das Glück der Mächtigen nicht teilten
Teilen oft ihr Unglück. Der stürzende Wagen
Reißt die schwitzenden Zugtiere
Mit in den Abgrund.“

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

Wie recht Brecht damit hatte, sehen wir heute bei der aktuellen Krise des Kapitalismus. Die so genannte „Finanzkrise“ hat sich unlängst auch auf die materielle Produktion ausgeweitet. Opel und Schäffler sind nur zwei Beispiele dafür. Über 1,7 Millionen Kolleginnen und Kollegen stehen, laut Handelsblatt, in der BRD in Kurzarbeit. Millionen von Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten in
Deutschland und weltweit müssen um ihren Arbeitsplatz fürchten. Laut der Wochenzeitung „Die Zeit“ fürchten sich über 70% der unter 30jährigen vor Arbeitslosigkeit. Für den kleinen Mann bzw. Frau unglaubliche Summen in 3 stelliger Milliarden Höhe schmeißen die einzelnen Staaten ihren
Banken und Konzernen in den Rachen. Milliarden, die wir produziert haben und uns fehlen werden!

Gerade die Jugend leidet unter Fuchtel des Kapitalismus. Und das nicht erst seit Beginn der Krise.Angeblich fehlt das Geld für Bildung, während es gleichzeitig für Kriege vorhanden ist. Oder aber für die Banken. Aber es sind nicht nur finazielle Schranken, welche der Jugend im Wege stehen, sondern auch strukrurelle. Das dreigliedrige Schulsystem legt schon nach der 5. Klasse fest, welchen Stand wir in der Produktion unserer Gesellschaft einnehmen werden. Als wäre das nicht schon genug, fehlen uns nach unserer Schullaufbahn erst einmal Ausbildungstellen oder Studienplätzen. Sind wir mit der Ausbildung fertig, werden wir häufig nicht übernommen und finden keinen Arbeitsplatz. In Folge dessen müssen wir dann von Hartz IV leben oder erniedrigende Pseudoangebote annehmen, wie etwa schlecht bis gar nicht bezahlte Praktika. Oder aber zur Bundeswehr gehen, um als anständige Deutsche die Interessen unserer Imperialisten am Hindukusch oder am Horn von Afrika zu verteidigen. Denn für die Armee ist ja Geld da.

Arbeiter und Bauern vereinigt!

Die Krise verschärft diese Jugendfeindlichkeit des Systems. So fehlten laut DGB Jugend im März über 18.000 betriebliche Ausbildungsstellen. Damit fehlen 5,4% mehr betriebliche Ausbildungsplätze als im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr. Und wer wird wohl, wenn die Krise erst einmal vorbei ist, deren Schulden bezahlen? Sicherlich nicht die Banken und Konzerne, die mit diesem Geld gerettet wurden, und wieder hohe Gewinne erzielen. Sonder die Menschen, welche die Krise an den Rand der eigenen Existenz drängte. Und natürlich die Jugend. Denn durch die Staatsverschuldung wird noch mehr an Bildung eingespart werden „müssen“, zum Beispiel in dem die Klassen noch größer gemacht werden und die Beschränkungen an den Hochschulen und Gymnasien noch schärfer werden. Denn eine längere öffentliche Ausbildung kostet mehr Geld. Und natürlich werden die Betriebe auch weniger ausbilden, denn das würde ja den Aufschwung bremsen. Bis dann die nächste Krise folgt, und sie wieder nicht ausbilden können, da ja nun wieder Krise ist.

Dies alles zeigt, wie verlogen unsere selbst ernannten Herren in Politik und Wirtschaft auftreten. Sie versuchen uns weiß zu machen, das es nicht die Krise der Kapitalisten ist, sondern unser aller Krise. Das mensch jetzt zusammenhalten muss, um gemeinsam einen Weg hinaus zu finden. Doch ihr Geschwafel stinkt vor Lügen.

Auch darauf hatte Brecht eine passende Antwort:

„Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“

Doch diese Krise erschüttert auch die bestehenden Verhältnisse. Der Sieg der Bourgeoisie und ein Kapitalismus auf Ewigkeit – dieses Bild, was sie uns seit dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers in Osteuropa und Asien weiß machen wollten, gerät ins Wanken. Erfolgsprojekte der Imperialisten, wie zum Beispiel die EU, verlieren angesichts der Krise ihre Ausstrahlungskraft. Das ist auch nicht verwunderlich, denn solange sprichwörtlich der Rubel rollt ist ein mehr oder weniger gemeinsames Vorgehen für die Imperialisten von Vorteil. Erst in der Krise, wie schon Lenin erkannte, zeigt sich die zwischenimperialistische Konkurrenz immer deutlicher. Die protektionistische Politik Frankreichs oder der USA sind genauso Anzeichen dafür wie die Gebete der Bundesregierung für den Freihandel. Jeder versucht in der Krise für seine Bourgeoisie noch den größtmöglichen Profit zu beschaffen.

Aber es zeigt auch, das ihre Krise, die Krise der Flowers und der Schäfflers nicht unsere ist. Sie ist nicht die Krise der arbeitenden und lernenden Jugend, sie ist nicht die Krise der Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten. So sagt auch die Ver.di Jugend in ihren „Acht Thesen zur Krise“, dass, ich zitiere, „Die Zeit für eine andere Gesellschaft reif ist“, da „der Kapitalismus nicht mehr funktioniert. [...] Zu gewaltig ist der innere Widerspruch des Kapitalismus. Zwischen der
gesellschaftlichen Organisation der Arbeit und der privaten Aneignung ihrer Ergebnisse. Zu flach das Streben nach Profit als Triebkraft der menschlichen Entwicklung. Absurd die Konkurrenz zwischen den Menschen. Zwischen den Klassen. Zwischen den Staaten. Zwischen Nord und Süd. Zwischen Asien, Europa und Amerika. All das wird immer abstruser.“

Das der Kapitalismus nicht absurd ist, sondern seinen eigenen inneren Gesetzmäßigkeiten folgt und daraus die realen Möglichkeiten erwachsen ihn zu überwinden. Das es nicht reicht den Kapitalismus abzulehnen, sondern eine Alternative zu entwickeln, die Sozialismus heißt und in unseren heutigen
und zukünftigen Kämpfen immer konkretere Formen annehmen wird. Dafür braucht es Kommunistinnen und Kommunisten. Dafür brauchen wir eine starke, selbstbewusste kommunistische Bewegung, die ihre revolutionäre Politik auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus entwickelt und betreibt.

Heute am Vorabend des 1. Mais, dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, lasst uns feiern und morgen umso stärker und kraftvoller für den revolutionären Bruch mit den bestehenden Verhältnissen demonstrieren. Denn der Sozialismus ist machbar. Und eine andere Welt ist nur im Sozialismus möglich!

Hoch die internationale Solidarität!
Es lebe der Klassenkampf!
Es lebe der Sozialismus!

Die Rede wurde auf der Maifeier von DIDF, KKE, KNE, DKP und SDAJ am 30.4.2009 gehalten.
Soldaten im ersten Weltkrieg

Die Bundeswehr führt weltweit Kriegseinsätze durch. In elf Länder schickt die Bundeswehr heute ihre Soldaten, nach Afghanistan, auf den Balkan, in den Nahen und Mittleren Osten und nach Afrika. Wozu dient diese Kriegspolitik? In den „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ von 1992 heißt es: Die Bundeswehr werde u.a. zur „Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordnung“ eingesetzt. In ihrem Weißbuch der Bundeswehr schrieb die Bundesregierung 2006: Deutschland sei „im hohen Maße von einer gesicherten Rohstoffzufuhr und sicheren Transportwegen in globalem Maßstab abhängig”. Aus diesem Grund müsse „die Sicherheit der Energieinfrastruktur gewährleistet werden”. Es geht also um den Zugriff auf Erdöl, Erdgas, aber auch Metalle und andere Rohstoffe im Mittleren Osten, im Kaukasus, Afrika und anderen Orten der Welt mit militärischen Mitteln. Wem nutzt diese Kriegspolitik? Sie nutzt deutschen Großkonzernen wie VW, Daimler Chrysler, Lufthansa, BASF, der Deutschen Bank und anderen. Sie brauchen die Bundeswehr im Kriegseinsatz, um ihre Interessen auf dem Weltmarkt beim Wettlauf um Rohstoffe, Absatzmärkte, billige Arbeitskräfte durchzusetzen und ungehindert im Ausland zu investieren.

Bundeswehr in Afghanistan

Der Umbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee, die weltweiten Kriegseinsätze der Bundeswehr sind somit nicht einfach Folge einer falschen Politik. Sie entsprechen den gegenwärtigen Interessen des deutschen Kapitals.
Diese Bildungszeitung dient zur Vorbereitung unserer Antimil-Kampagne „Bundeswehrfreie Zone“. Auf einer grundsätzlicheren Ebene als die Bildungszeitung „Militarisierung der Gesellschaft“ (2008) soll sie Aufschluss darüber geben, warum internationaler Konkurrenzkampf und Krieg kein Betriebsunfall im gegenwärtigen Stadium des Kapitalismus, dem Imperialismus, sind. Sie soll die ökonomischen Zusammenhänge aufzeigen, die zu einer weiteren Entwicklung des Weltmarkts geführt haben, und warum diese nicht zu einer Aufhebung der Konkurrenz zwischen den imperialistischen Staaten führen. Und sie soll anhand der unheilvollen Geschichte des deutschen Imperialismus zeigen, dass dessen Weltmachtstreben zu keinem Zeitpunkt ein Betriebsunfall gewesen ist, sondern den Interessen der deutschen Monopole entsprach.

PDF-DateiBildungszeitung Imperialismus herunterladen

Ich habe gehört, ihr wollt nichts lernen

Daraus entnehme ich: ihr seid Millionäre.

Eure Zukunft ist gesichert – sie liegt

Vor euch im Licht. Eure Eltern

Haben dafür gesorgt, daß eure Füße

An keinen Stein stoßen. Da mußt du

Nichts lernen. So wie du bist

Kannst du bleiben.

Sollte es dann noch Schwierigkeiten geben,

Da doch die Zeiten

Wie ich gehört habe, unsicher sind

Hast du deine Führer, die dir genau sagen

Was du zu machen hast, damit es euch gut geht

Sie haben nachgelesen bei denen

Welche die Wahrheiten wissen

Die für alle Zeiten Gültigkeit haben

Und die Rezepte, die immer helfen

Wo so viele für dich sind

Brauchst du keinen Finger zu rühren

Freilich, wenn es anders wäre

Müßtest du lernen.´

Dieses Kindergedicht von Bertolt Brecht zeigt uns, wie wichtig es für den Menschen ist, sich Wissen anzueignen und dieses immer weiter zu vertiefen: Wer die Welt verändern will, der muss sie erkennen und wer die Welt erkennen will, braucht die Bildungszeitungen der SDAJ ;-)

Der Knaller: Die Grundlagen marxistischer Weltanschauung in 56 Seiten! Ideal für Gruppen oder Freundeskreise, die sich die elementaren Grundkenntnisse des Marxismus aneignen wollen:

Marxistische Grundlagenschule

Diese Bildungszeitung setzt sich mit der Militarisierung der kapitalistischen Gesellschaft auseinander. Eine gute Grundlage für alle KriegsgegnerInnen und AntimilitaristInnen, die auch begründen wollen, warum Krieg nicht nur scheiße ist, sondern auch wissen wollen, woher er kommt und wem er nützt:

Bildungszeitung Antimilitarismus

Das Kernthema der sozialistischen Jugendbewegung. Warum setzen wir auf die Arbeiterjugend? Was sind unsere Interessen und wie versucht das Kapital uns unsere Rechte zu beschneiden? Das alles und noch viel mehr:

Bildungszeitung ArbeiterInnenjugendpolitik (PDF)

Zum Verhältnis von bürgerlicher und proletarischer Frauenbewegung. Aktuelle Tendenzen und doppelte Ausbeutung der Frau. Hier die Facts. Bedenke, die Befreiung der Frau geht einher mit der Befreiung der unterdrückten Massen:

Frauenunterdrückung im Kapitalismus (PDF)

“Wer vom Kapitalismus nicht sprechen möchte, sollte auch vor dem Faschismus schweigen!” denn Weder der deutsche Faschismus noch die weniger extremen Beispiele dieser zerstörerischen Ideologie (z.B. in Chile, Spanien oder Italien) waren zufällig. Vielmehr ist der Faschismus eine Rettungsleine des Kapitalismus in der Krise. Aber lest selber:

Bildungszeitung Antifaschismus (PDF)