Seit einigen Jahren versuchen Neonazis um den 13. Februar herum in Dresden aufzumarschieren, um mit einem „Trauerzug“ der Bombardierung Dresdens zu gedenken. Sie betreiben damit eine Geschichtsfälschung, die unmittelbar am bürgerlichen Geschichtsbild anknüpft. Immer wieder werden öffentliche Gedenkveranstaltungen, die mehr ver- als erklären, von Geschichtsrevisionisten missbraucht. Am 13. Februar 2011 waren ein Drittel der Anwesenden beim städtischen Gedenken auf dem Dresdener Heidefriedhof Neonazis.

Bürgerliche Geschichtsdeutung

In der bürgerlichen Geschichtsdeutung fehlen leider oft ausführliche Worte über die Hintergründe der Bombardierung – die deutsche Kriegsschuld. Dass große Teile der deutschen Wirtschaft sich zuerst an Rüstungsaufträgen und später an kostenlosen Zwangsarbeitern aus den besetzten Gebieten und Rohstoffvorkommen erfreuten, passt nicht ins bürgerliche Geschichtsbild. Durch das Verschweigen dieser historischen Tatsachen werden revisionistischen Geschichtsdeutungen Tür und Tor geöffnet.

Der Krieg des Kapitals…

Das deutsche Großkapital hatte sich niemals mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg abgefunden. Daher lief bereits ein Jahr nach Kriegsende und trotz Verbot durch den Versailler Vertrag die Arbeit in den Forschungseinrichtungen der deutschen Rüstungskonzerne wieder auf Hochtouren – angespornt vom erneuten Anlauf zu einem Großdeutschen Reich mit einer Vormachtstellung in Europa. Die Kriegsziele der Wehrmacht dienten dabei allesamt den wirtschaftlichen, politischen und geostrategischen Interessen der deutschen Konzerne, wie z.B. der Eroberung von verschiedenen Rohstoffquellen oder der Bekämpfung des Kommunismus. Wer die Kriegsinteressen des deutschen Kapitals verschweigt oder sie hinter den Mitläufern und der Rolle des Volkes versteckt, verschleiert den Klassencharakter des Krieges – genauso wie es die faschistische Ideologie immer gemacht hat.

…kehrt Heim ins Reich

Ab 1940 begannen dann die Alliierten Angriffe auf das Deutsche Reich zu fliegen. Dabei wurden vor allem Infrastruktur, Industrie und Militäranlagen bombardiert. Dresden war Anfang 1944 neben Breslau die letzte intakte Garnisonsstadt, die über 120 industrielle Betriebe hatte und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war. Außerdem war sie eine der Hochburgen der Faschisten. Dies führte zur Bombardierung der Stadt vom 13. bis 16. Februar 1944, welche etwa 25.000 Menschen das Leben kostet. Der Vernichtungskrieg, den die Nazis im Interesse des deutschen Kapitals vom Zaun gebrochen haben, war in das Reich heimgekehrt und brachte großes Leid über die eigene Bevölkerung.

Widerstand als praktisches Gedenken

Am 18. Februar 2012 werden Kameradschaften, NPD und „Vertriebenenverbände“ wieder versuchen eine Demonstration durchzuführen, um ihre Geschichtsfälschung zu verbreiten. Zusammen mit allen demokratischen und antifaschistischen Kräften wollen wir – wie schon in den letzten zwei Jahren – alles daran setzen, den Aufmarsch zu verhindern. Mit Blockaden wollen wir eins klarstellen: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Nur mit kontinuierlichen antifaschistischen Aktionen können wir es schaffen die Nazis auf Dauer von der Straße und aus den Köpfen zu bekommen.

Die produktivste Art, den Opfern des Faschismus adäquat zu gedenken, ist immer noch der praktische Widerstand gegen seine Wiedergänger.

Beteilige dich an den Blockaden in Dresden am 18. Februar. Aus nahezu allen großen deutschen Städten werden sich Busse auf den Weg machen um den Aufmarsch zu verhindern.

Klaus Kunold ist tot.

Gepostet am 29. November 2011 Antifaschismus

Wir nehmen Abschied vom Antifaschisten Klaus Kunold. Klaus verstarb vergangenen Samstag im Alter von 79 Jahren. An der Seite seiner Freundinnen unde Freunde, seiner Familie und seinen GenossInnen stehen wir erschüttert und betroffen.
Denn sein Tod ist für die antifaschistische Bewegung, in Bochum und überall, ein schwerer Verlust. Als SDAJ wollen wir dir, Klaus, ein aufrechtes Danke mit auf den Weg geben und wiederholen:

„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.
Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.“

Den Beerdigunstermin und alles weitere erfahrt ihr in den
nächsten Tagen auf der Website der VVN-BDA Bochum.

Das Bildungsstreik-Bündnis Bochum, in dem auch die SDAJ Bochum mitarbeitet, hat einen Flyer zu den unentschuldigten Fehlstunden, den einige Schulen den SchülerInnen wegen ihrer Teilnahme an der Bildungsstreik-Demo am 17.11.2011 geben wollen, veröffentlicht:

Keine unentschuldigten Fehlstunden für engagierte Schülerinnen und Schüler!

Am 17. November fand am Bochumer Hauptbahnhof eine Vollversammlung der Schülerinnen und Schüler von die Bezirksschüler_innenvertretung statt. Auf dieser sollten allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden über aktuellen schulpolitische Themen zu diskutieren und gemeinsam Ideen zur Verbesserung der Schule zu sammeln. Auch Schülerinnen und Schüler der Maria Sybilla Merian Gesamtschule nahmen diese Möglichkeit wahr, dafür werden sie jetzt von der Schulleitung ihrer Schule bestraft.

Die Teilnahme an allen SV-Veranstaltungen ist durch das Schulgesetz geschützt. Die Schülerinnen und Schüler der Maria Sybilla Merian Gesamtschule sollen nun aber einen Vermerk mit unentschuldigten Fehlstunden auf dem Zeugnis kassieren. Einige mussten zusätzlich sogar zwei Stunden nachsitzen. Die Schulleitung rechtfertigte dies auf Nachfrage der Bezirks-SV damit, dass die Schülerinnen und Schüler am gleichzeitig stattfindenden Bildungsstreik teilgenommen hätten.

Geforderte Demokratie auch zulassen!

Für ihre Vorwürfe hat die Schulleitung keinerlei Beweise. Aber das ist für uns auch gar nicht die maßgebliche Frage. Egal ob die „Beschuldigten“ auf der Vollversammlung oder dem Bildungsstreik waren, in beiden Fällen haben sie sich für ihre Rechte und die Demokratie eingesetzt. Wer auf dem Bildungsstreik für bessere Bildung protestiert, nimmt sein Grundrecht auf Demonstrations- und Meinungsfreiheit war und setzt sich vor allen Dingen auch politisch für seine Interessen ein.

Dies ist nicht nur eine Frechheit, sondern die Lehrerinnen und Lehrer schneiden sich hierbei auch ins eigene Fleisch. Mehr Geld für die Schulen und Renovierung der maroden Schulgebäude bedeutet nämlich auch eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Die „Lehrergewerkschaft“ GEW in Nordrhein-Westfalen unterstützt den Bildungsstreik ebenfalls. Schülerinnen und Schüler für ihr Engagement zu bestrafen, widerspricht also ihren eigenen Interessen.

Wir Schülerinnen und Schüler sollen laut Schulgesetz NRW zur „Bereitschaft zum sozialen Handeln“ (§2.2) und „im Sinne der Demokratie und Freiheit“ (§2.2) erzogen werden. Und genau diese Bereitschaft, genau diesen sinn zur Demokratie, haben am 17. November 300 Schülerinnen und Schüler gezeigt, sie dafür zu bestrafen ist undemokratisch und widerspricht allem was uns in der Schule beigebracht werden soll.

Wir meinen, Schülerinnen und Schüler gerade für ihr Engagement an einem solchen Tag zu bestrafen ist eine politische Entscheidung. Es kann nicht sein, dass Schülerinnen und Schüler für ihren Einsatz für ein besseres Bildungssystem härter bestraft werden, als Schülerinnen und Schüler die aus anderen Gründen nicht zur Schule kommen.

Strafen aufheben, Engagement fördern!

Schule braucht interessierte und kritische Köpfe. Deswegen fordern wie die Schulleitung und alle Lehrerinnen und Lehrer auf die Strafen aufzuheben und stattdessen Schülerinnen und Schüler in ihrem Engagement zu fördern.

73 Jahre Reichspogromnacht

Gepostet am 9. November 2011 Antifaschismus

Ruinen der Bochumer Synagoge 1938

Heute vor 73 Jahren, am 09. November 1938 brannten in ganz Deutschland die Synagogen, wurden Geschäfte angezündet, Wohnhäuser demoliert und geplündert. Menschen wurden auf offener Straße totgeschlagen, misshandelt und vergewaltigt. Das Ereignis, das von den deutschen Faschisten “Reichskristallnacht” getauft wurde, stellt jedoch nicht nur ein grausames Pogrom dar, wie man es in Deutschland seit dem Mittelalter nicht mehr gesehen hat, sondern auch den Punkt, an dem die Faschisten keinen Zweifel mehr daran ließen, wie ernst es ihnen mit der Hetze gegen Juden war.

Die Judenpolitik nach der Machtübergabe an die Nazis bis zum 09. November 1938 war geprägt von einer systematischen und sich schrittweise steigernden Diskriminierung der Juden: Die Einrichtung einer zentralen Judenkartei, die Entfernung von Juden aus den öffentlichen Berufen und dem gesamten öffentlichen Leben. Die Reichspogromnacht leutete den offenen, terroristischen Angriff auf die Juden ein. Die Konzentrationslager wurden ausgebaut, die Deportation Tausender schon vor dem 09.11. vorbereitet, Zwangsumzüge und Ghettoisierung vorangetrieben. Was für uns ein barbarisches Verbrechen ist, war für deutsche Unternehmen zum Teil ein Freudenfest: Jüdische Unternehmen und Läden wurden entweder so zerstört, dass sie keine Konkurrenz mehr für sie darstellten oder (nach der Reichsprogromnacht in zunehmenden Maße) “arisiert”, also erst in Staatsbesitz genommen und danach oft unter Wert an deutsche Kapitalisten verkauft.

Der Tod und das Elend von Menschen, die als Parasiten angesehen wurden, brachten den Rubel für deutsche Unternehmen ins Rollen. Ein Beispiel für “arisierte” Unternehmen ist die ehemalige Kaufhauskette Hertie, das nach der Arisierung zu einer der größten Kaufhausketten Deutschlands wurde. In Bochum ist das Kortumhaus, in dem sich vor 1938 das Kaufhaus Alsberg befand, wohl das bekannteste Zeugnis der Arisierung.

“Da, wo Darwin für alles herhält, ob man Menschen vertreibt oder quält, da, wo hinter Macht Geld ist, wo stark sein die Welt ist, von Kuschen und Strammstehen entstellt. Wo man Hymnen auf dem Kamm sogar bläst in barbarischer Gier nach Profit, “Hosianna” und “Kreuzigt ihn!” ruft, wenn man irgendeinen Vorteil darin sieht, ist täglich Kristallnacht.” (frei nach BAP: Kristallnaach”)

Wir gedenken aller Opfer der faschistischen Pogrome,
SDAJ Bochum

Am 17. November soll wieder in ganz Deutschland gestreikt werden! Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende werden sich gegen die Probleme in der Schule, im Betrieb und in der Uni wehren. Wir kämpfen gegen Ausgrenzung in diesem Bildungssystem und fordern kostenlose Bildung und Ausbildung für alle! Auch in Bochum soll ein Streik organisiert werden, wir hoffen, dass auch du dich an den Vorbereitungen beteiligst. Komm’ am 19. Oktober um 18 Uhr an den Bahnhof Langendreer. Jede und Jeder sind herzlich eingeladen mitzumachen.

In Hochglanzbroschüren und Werbespots bewirbt die Bundeswehr ihre Ausbildungsangebote und Studiengänge. Sie ködert junge Menschen mit üppigen Verdienstmöglichkeiten und behauptet, ein Arbeitsplatz beim Bund sei „mit Sicherheit ein guter Weg“ – dabei ist die Ausbildung bei der Bundeswehr auf dem zivilen Arbeitsmarkt keineswegs so anerkannt wie allgemein behauptet wird. So auch auf der Berufsmesse Anfang Oktober in Bochum.

Gemeinsam mit dem Friedensplenum und der Linksjugend Solid protestierte die SDAJ Bochum gegen den Bundeswehrstand auf der Berufsbildungsmesse.

Der „sichere“ Job bleibt eine leere Versprechung. Wenn man eine Ausbildung bei der Bundeswehr bekommen willst, musst man sich verpflichten. Und das heißt: acht oder zwölf lange Jahre Soldat zu sein, mit allem drum und dran. Was die Bundeswehr-Offiziere „Ausbildung“ nennen, bekommt man nicht ohne die Verpflichtung zum Kriegseinsatz im Ausland – ein „Abenteuer“, das häufig auf dem Friedhof, im Rollstuhl oder in der Psychiatrie endet.

Aus chronisch unterfinanzierten Schulen entlassen, erwarten einen immer größeren Teil der Jugend sinnlose „berufsvorbereitende Maßnahmen“, Billig-Jobs oder Hartz IV, weil hunderttausende Ausbildungs- und Arbeitsplätze fehlen. Und selbst mit Abitur in der Tasche ist das Leben kein Wunschkonzert. Denn ohne Eltern mit dem nötigen Kleingeld können sich – unter anderem aufgrund von Studiengebühren – immer weniger Jugendliche den Besuch der Uni leisten. Dass die Zukunft großer Teile der Jugend vor allem durch Perspektivlosigkeit geprägt ist, wissen nicht nur Politiker und Wirtschaftsvertreter, sondern auch die Bundeswehr.

Gemeinsam mit dem Friedensplenum sind wir zu der Messe gegangen und haben gezeigt was wir davon halten. Es war kein großer Flashmob oder laute Störaktion – obwohl man damit der Bundeswehr mächtig auf die Nerven gehen kann, haben wir uns diesmal für eine andere Variante entschieden. Mit dauerhaft 10-12 Leuten standen wir vor dem Stand, haben Flyer verteilt und mit den Jugendlichen gesprochen. Die Veranstalter hatten somit keinen guten Grund uns rauszuschmeißen und mussten damit leben, dass die Oberbürgermeisterin von Bochum, Ottilie Scholz die Messe vor einem Transparent, mit dem Slogan “Kein Werben für’s Sterben” sprechen musste. Insgesamt waren wir ziemlich lange präsent und konnten dauerhaft verhindern, dass Jugendliche sich von den Lügen der Jugendoffiziere einlullen lassen konnten!

USS Barry schießt im März 2011 Tomahawk-Missle in Richtung Lybien ab (Foto: U.S. Navy, Lt.j.g. Monika Hess/Released)

Nach fast 6 Monaten der Luftangriffe durch die NATO ist es vollbracht: Die Herrschaft Gadaffis über Libyen scheint gebrochen und der “nationale Übergangsrat” als neue Regierung im Sattel.
Warum kam es zu dem imperialistischen Angriff und wieso triumphierten die Rebellen, obwohl vor einigen Wochen noch ein Auseinanderbröckeln der “Rebellenfront” befürchtet wurde?
Libyen ist bisher das einzige Land der “arabischen Revolution”, in dem sich die westlichen Staaten offensiv und militärisch auf die Seite der Opposition stellten. Kurz nachdem Berichte laut wurden, Gadaffi ließe mit Kampfflugzeugen auf Demonstranten schießen, drängten europäische Staaten wie Frankreich und Italien auf die Errichtung einer Flugverbotszone – angeblich, um das Leben der Demonstranten und Oppositionellen zu schützen. Auf diese Weise ergriff die NATO Partei für die Seite der Rebellen – ein Bruch des Völkerrechts.

Bereits früh wurde jedoch klar, dass die NATO mehr tat, als nur Flugzeuge abzuschießen und Luftabwehrstellungen zu bombardieren, sie griff Gadaffis Truppen auch am Boden ein, unterstützte so offen eine der beiden Bürgerkriegsfraktionen – und brach damit das Völkerrecht erneut.
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Fest etabliert hat sich der jährliche Naziaufmarsch in Dortmund rund um den internationalen Antikriegstag. Mit einer unverfrorenen Selbstsicherheit demonstrierten in den letzten Jahren teilweise über 1000 Faschisten und gaben ihre Vernichtungspropaganda als Friedenspolitik aus.

Doch der Widerstand nimmt zu. Bereits zum dritten mal in Folge ruft das Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ (DSSQ) zu Aktionen auf, mit dem Ziel den Naziaufmarsch zu verhindern. Die Ausrichtung ist klar: Wer für Frieden kämpft muss antifaschistisch kämpfen.

Die SDAJ Bochum lädt daher gemeinsam mit ['solid] Bochum zu einer Informationsveranstaltung ins Soziale Zentrum in der Josephstraße 2 ein. Dort wird am 23. August um 19 Uhr ein Referent aus dem Bündnis die Aktionen vorstellen und begründen wie das Bündnis zu seinen Ausrichtungen gekommen ist.

Informieren! Blockieren! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Wir dokumentieren den Aufruf des Bündnisses „Dortmund stellt sich quer!“, den auch der SDAJ-Bundesverband unterzeichnet hat:

Dort­mund stellt sich quer! Sie wer­den nicht durch­kom­men!

Zum 7. Mal in Folge wol­len Neo­fa­schis­ten an­läss­lich des An­ti­kriegs­ta­ges durch Dort­mund mar­schie­ren. Für den 3. Sep­tem­ber mo­bi­li­sie­ren sie eu­ro­pa­weit in die Ruhr­ge­biets­me­tro­po­le. Nach dem wie­der er­folg­reich ver­hin­der­ten Marsch durch Dres­den gilt der so ge­nann­te „Na­tio­na­le An­ti­kriegs­tag“ in Dort­mund als einer der wichtig­sten Auf­mär­sche der deut­schen Neo­na­zis.

Dort­mund hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu einer Hoch­burg mi­li­tan­ter Neo­na­zis ent­wi­ckelt. Bru­ta­le Über­grif­fe auf Mi­gran­tIn­nen und linke Ju­gend­li­che, auf Ge­werk­schaf­te­rIn­nen und po­li­tisch ak­ti­ve Men­schen, auf al­ter­na­ti­ve Buch­lä­den und auf Par­tei­bü­ros, auf Knei­pen und Ver­an­stal­tun­gen, auf Woh­nun­gen von An­ti­fa­schis­tIn­nen gehen wei­ter und neh­men an Bru­ta­li­tät zu.

Die Nazis sagen, Dort­mund sei ihre Stadt. Wir sagen: Nie­mals!

Po­li­zei, Jus­tiz und lo­ka­le Po­li­tik haben das Pro­blem seit Jah­ren ver­harm­lost. Sie tra­gen Ver­ant­wor­tung für das Er­star­ken der Neo­fa­schis­ten in Dort­mund. Seit dem Jahr 2000 gehen vier Morde auf das Konto der Neo­na­zis: drei Po­li­zis­ten wur­den von dem Neo­na­zi Micha­el Ber­ger er­schos­sen, der Punk Tho­mas Schulz von einem ju­gend­li­chen Neo­fa­schis­ten er­sto­chen. Seit ei­ni­ger Zeit ver­än­dert die Zi­vil­ge­sell­schaft ihre Sicht und ent­wi­ckelt Pro­test und Ge­gen­wehr. Aber die Po­li­zei bleibt ihrer Linie treu: An­ti­fa­schis­ti­sches En­ga­ge­ment wird immer wie­der be­hin­dert, Neo­na­zis kön­nen na­he­zu un­ge­stört agie­ren.

Spendenkonto
VVN – BdA – Dortmund
BLZ: 440 501 99
Kontonr.: 301 01 3094
Verwendungszweck: 03.09.

Der An­ti­kriegs­tag er­in­nert an den fa­schis­ti­schen Über­fall der Nazis am 1. Sep­tem­ber 1939 auf Polen. Es war der Be­ginn eines Raub- und Ver­nich­tungs­krie­ges, der die Welt in Brand steck­te und über 50 Mil­lio­nen Tote hin­ter­ließ. Der An­ti­kriegs­tag ist der Tag aller De­mo­kra­tIn­nen und Kriegs­geg­ne­rIn­nen, die die Mah­nung aus un­se­rer Ge­schich­te: „Nie wie­der Fa­schis­mus! Nein zum Krieg!“ wach­hal­ten und für eine Welt des Frie­dens und der in­ter­na­tio­na­len So­li­da­ri­tät ein­tre­ten.

Die deut­schen Neo­na­zis ste­hen in der Tra­di­ti­on der NSDAP. Sie be­ju­beln den bei­spiel­lo­sen Ver­nich­tungs­krieg gegen die So­wjet­uni­on mit 17 Mil­lio­nen toten Zi­vi­lis­ten eben­so wie die bar­ba­ri­sche Mas­sen­ver­nich­tung der Juden, Sinti und Roma. Sie leug­nen die Ver­bre­chen der Wehr­macht und der SS und tra­gen Slo­gans wie „Unser Groß­va­ter war ein Held!“ vor sich her. Mit an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Phra­sen ver­su­chen sie in der sich ver­schär­fen­den Krise des Ka­pi­ta­lis­mus die so­zia­len Ab­stie­ge, Armut und Ar­beits­lo­sig­keit, Per­spek­tiv­lo­sig­keit und Exis­tenz­angst der Men­schen und be­son­ders der Ju­gend für ihre ras­sis­ti­sche und kriegs­ver­herr­li­chen­de Ideo­lo­gie zu nut­zen.

Ge­mein­sam set­zen wir ihnen un­se­ren Wi­der­stand und un­se­re Po­li­tik der Auf­klä­rung und der in­ter­na­tio­na­len So­li­da­ri­tät ent­ge­gen! Ge­mein­sam ste­hen wir gegen Krieg und for­dern seine so­for­ti­ge Be­en­di­gung in Af­gha­nis­tan – und über­all! Wir rufen die An­ti­fa­schis­tin­nen und An­ti­fa­schis­ten, die Geg­ner von Krieg und Be­sat­zung, die Ge­werk­schaf­te­rin­nen und Ge­werk­schaf­ter, die Ju­gend dazu auf, den Auf­marsch der Neo­fa­schis­ten am 3. Sep­tem­ber durch ge­walt­freie Blo­cka­den ent­schlos­sen zu ver­hin­dern! Von uns wird dabei keine Es­ka­la­ti­on aus­ge­hen. Wir sind so­li­da­risch mit allen, die der zu­neh­men­den Kriegs­pro­pa­gan­da eine Ab­sa­ge er­tei­len und den Nazis ent­ge­gen tre­ten wol­len. Ge­mein­sam wer­den wir ihren ge­plan­ten Marsch durch Dort­mund ver­hin­dern!

Der An­ti­kriegs­tag ge­hört uns!
Be­tei­ligt Euch an den De­mons­tra­tio­nen und Blo­cka­den!
Wenn Nazis mar­schie­ren, ist Wi­der­stand Pflicht!

Ausverkauf der Forschungsfreiheit

Während in der Krise Milliarden für die Rettung „systemrelevanter“ Banken locker gemacht wurden, wird andernorts massiv gekürzt: Bei Schulen, Sozialfürsorge und Freizeitangeboten. Auch bei den Hochschulen wird gespart, ob in Hamburg, Hessen oder anderswo. Es fehlen Millionen. Daher haben in den vergangenen Jahren die sogenannten „Drittmittel“ immer mehr an Bedeutung gewonnen: Ihr Anteil am Gesamtetat der Hochschulen (ohne die medizinischen Einrichtungen) beträgt in der BRD mittlerweile knapp 20%.

„Professorinnen und Professoren sind de iure berechtigt, Forschungsvorhaben durchzuführen, die aus Mitteln Dritter finanziert werden. Diese Berechtigung ist de facto zu einer Verpflichtung geworden, weil die finanzielle Ausstattung der Universitäten regelmäßig nicht ausreicht, um Forschung auf höchstem Niveau zu betreiben. Zudem wird die Drittmitteleinwerbung immer häufiger zum Gradmesser der Reputation der Professorinnen und Professoren .“ – Dr. Martin Hellfeier, Justiziar für Hochschul- und Beamtenrecht im Deutschen Hochschulverband und Dr. Beate Scholz, Deutsche Forschungsmeinschaft [1]

Drittmittel sind Gelder zur Finanzierung konkreter Forschungsprojekte. Mit ihnen können Konzerne Einfluß nehmen, was an den Hochschulen geforscht wird – Auftragsforschung also.

Aber nicht nur Konzerne nutzen die finanzielle Notlage vieler Hochschulen zu ihrem Vorteil. Auch öffentliche Geldgeber können über Drittmittel mitbestimmen, was geforscht wird – die Bundeswehr, zum Beispiel.
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