Das deutsche Schulsystem wird umgebaut. Mittlerweile gibt es in nur noch fünf Bundesländer Hauptschulen, da Haupt und Realschule immer öfter zusammengelegt werden, weil die Zahl der Hauptschüler stark abnimmt. Diese zusammengelegten Schulen sind im Gegensatz zu den Gymnasien „Restschulen“, ihre Ausstattungen usw. sind noch schlechter. Der Umbau der Schularten ist nicht zufällig, die Entwicklung ist eindeutig: Bald wird es in Deutschland gar keine Hauptschulen mehr geben. Stattdessen wird die Schere zwischen Gymnasium und „Restschule“ vergrößert, um es Arbeitgebern noch leichter zu machen, ihre zukünftigen Arbeitskräfte der Konkurrenz auszusetzen und sich die Besten auszusuchen.

Leistungsdruck und unterfinanzierte Schulen sind kein Zufall

Die neuen „Restschulen“ verschärfen die Konkurrenz zwischen den SchülerInnen und damit sorgen so bei einem immer größeren Teil für Perspektivlosigkeit. Zudem wird uns durch das Turboabi (G8) die Möglichkeit erschwert Abitur zu machen, wenn wir nicht direkt nach der Grundschule auf‘s Gymnasium gegangen sind. Aber auch die GymnasiastInnen sind der Selektion und dem Leistungsdruck ausgeliefert. Es besteht die dauerhafte Gefahr, vom Gymnasium auf eine „Restschule“ wechseln zu müssen, wenn sie nicht mithalten können. Daneben wurde uns am Gymnasium durch das Turboabi (G8) ein Jahr gestrichen, ob wohl wir die gleiche Menge an Schulstoff lernen müssen. Daher leiden immer mehr SchülerInnen unter Burn-Out.

Verschärfte Selektion durch Zweigliedrigkeit und Turboabi ist im Interesse der Herrschenden

Für wen wird das Ganze betrieben? Der Wirtschaft reicht es, wenn nur ein Teil der SchülerInnen – die GymanisialschülerInnen – einen relativ hohen Bildungsstand vermittelt bekommt, während es genügt, wenn die anderen viel weniger Kenntnisse vermittelt bekommen. Der Konkurrenzwahn wird nicht aufhören, solange unsere Bildung nur dazu dient, die ArbeiterInnen von morgen auszubilden und damit Profite zu erwirtschaften. Bildung ist ungleich verteilt, der Wechsel aufs Gymnasium, um auch Abitur machen zu können, wird immer schwerer. Und selbst wenn wir das schaffen würden, müssten wir uns Bücher und Nachhilfe leisten können. Wir wollen nicht, dass nich mehr ausgesiebt wird, dass Leistungsdruck und der Geldbeutel unserer Eltern unseren Schulalltag bestimmen. Die Banken und Konzerne werden das nicht ändern. Wenn wir es so nicht mehr wollen, müssen wir also selber aktiv werden.

Es reicht – Wir wollen keine Schule gegen unsere Interessen – rein in die SV!

Jetzt stehen die Wahlen der SchülerInnenvertretung an. Werde aktiv in deiner Vertretung, ob als KlassensprecherIn oder in der Vertretung für die ganze Schule. Wenn du deine Interessen als SchülerIn vertreten willst, ist es mit (natürlich spaßigen) Kinoabenden und SV-Parties nicht getan: Stehe selbst für deine Interessen ein. An der eigenen Schule musst Du ansprechen, was schief läuft, was gegen unsere Interessen durchgesetzt wird. An deiner Schule kannst Du Widerstand organisieren – nicht nur gegen das Bildungssystem, sondern auch gegen andere Dinge, die dich stören. Auch Nazis und Rassismus oder anderer Scheiße kannst du zusammen mit anderen viel mehr entgegensetzen, als wenn du allein bist.

Was wir brauchen, ist eine Schule, die nach den Interessen der SchülerInnen und nicht nach den Interessen der Banken und Konzerne aufgebaut ist. Wir brauchen eine Schule für alle, denn nur gemeinsames Lernen aller SchülerInnen kann der Beginn von Chancengleichheit in der Bildung sein. Weg mit Turboabi (G8) – Gegen Konkurrenzkampf, Aussieben und Leistungsdruck! Schluss mit dem mehrgliedrigen Schulsystem – Eine Schule für alle! Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne!

Kinder, Küche und Karriere?

Gepostet am 28. Oktober 2013 AJP

„Frauen können das nicht“ oder „das ist Männerarbeit“ sind Sprüche, die jede und jeder von uns schonmal gehört haben dürfte. Immer öfter folgt auf solche Dummheiten auch eine entsprechende Ansage – und auch Politiker haben „die moderne Frau“ immer häufiger als Zielperson für ihre Slogans ausgemacht. Sind wir also auf einem guten Weg in Richtung diskriminierungsfreier Geschlechterverhältnisse? Der Sozialtheoretiker Fourier sagte im 19. Jahrhundert sinngemäß, der Entwicklungsgrad einer Gesellschaft lasse sich daran feststellen, welche die Stellung der Frauen in ihr habe. In Sachen Geschlechtergleichheit ist der Kapitalismus dann ziemlich hängengeblieben. Wieso?

Der Kapitalismus lebt – unabhängig, ob z.B. einzelne Berufspolitiker das doof finden – davon, dass ein Teil der Bevölkerung gegen den anderen ausgespielt wird, indem diese z.B. weniger verdienen (Frauen im Schnitt 30% weniger als Männer) und somit indirekt als Lohndrückerinnen und Konkurrenz auftreten. Der Umstand, dass es Menschen gibt, die für die gleiche Arbeit (viel) weniger Geld bekommen, schwächt die Durchsetzungskraft aller arbeitenden Menschen. Durch die weitestgehende Alleinzuständigkeit für den Großteil der häuslichen Arbeit sind Frauen im Kapitalismus so doppelt unterdrückt – sie sind mehrfach belastet und arbeiten/studieren nicht nur normal, sondern opfern einen großen Teil ihrer Zeit der Haus- und Erziehungsarbeit. Diese Situation wird aufrechterhalten, indem durch Medien, Politik usw. sexistische Rollenbilder ausgebildet und vermittelt werden. Und in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit wird mit der sog. „Herdprämie“ eine Politik betrieben, die Frauen vermehrt aus der beruflichen Eigenständigkeit zurück in die Küche drängt – anstatt genügend Kindertagesplätze zu schaffen und ihnen so ein finanziell unabhängiges Leben zu ermöglichen.

Fortschrittlich wäre es, die nötige Haus- und Erziehungsarbeit auf die gesamte Gesellschaft zu verteilen, anstatt diese – als lebten wir noch im Mittelalter – an eine bestimmte Gruppe zu kommandieren. In einer Gesellschaft, in der eigentlich alles nötige vorhanden ist, die wirtschaftlich so produktiv ist, dass sie theoretisch jeden und jede satt machen könnte, ohne die Menschen 8 Stunden pro Tag für Unternehmen und zusätzlich noch einige Stunden mehr im Haushalt arbeiten zu lassen, sind die geschlechtliche Arbeitsteilung und die Frauendiskriminierung eigentlich überkommen und unzeitgemäß – was aber dem Kapitalismus nützt und von Rollenclichees aufrechterhalten wird. Deshalb lässt die Politik von derartigen Maßnahmen die Finger und diskutiert lieber über Frauenquoten in Führungsetagen, die der normalen arbeitenden Frau nichts bringen, sondern nur einer kleinen Elite Freiräume schaffen und für den Rest alles beim Alten lässt. Echte Emanzipation sieht anders aus.

Kein Mensch ist illegal!

Gepostet am 22. Oktober 2013 Antirassismus

Im April versuchte der deutsche Staat die Bochumer Schülerin Mariama über Spanien nach Guinea abschieben. In beiden Ländern hatte sie grausame Erfahrungen gemacht. Sie lebt in Bochum hat hier ihre Freunde und versucht ihren Schulabschluss zu machen.

Wie Mariama kommen aus aller Welt Flüchtlinge nach Europa und so auch nach Deutschland, weil Katastrophen, Kriege und Verfolgung das Leben in ihren Heimatländern unerträglich macht. Um in Deutschland bleiben zu dürfen, müssen sie Asyl beantragen. Wegen der harten Bedingungen und den anstrengenden und tief persönlichen Befragungen über ihre teilweise traumatischen Erfahrungen, werden viele sofort wieder in ihre Heimatländer abgeschoben. Es bekommen Ca. 2 von 100 Asyl.
Politisch wird die Situation von Asylbewerbern auf zwei verschiedene Arten von rechten und systemtragenden Parteien genutzt: Seitens rechter Parteien um gegen Ausländer und Immigranten zu hetzen, da diese nicht arbeiten und trotzdem Sozialleistungen beziehen. Diese Hetze geht soweit, dass es in Duisburg und Berlin zurzeit wieder zu massiven Übergriffen auf Asylbewerbern kommt, welche an Rostock Lichtenhagen erinnern lassen. Systemtragende Parteien nutzen Asylbewerber um Deutschland als Zuflucht der Unterdrückten und Verfolgten darzustellen. Deutschland der Bewahrer der Menschenrechte in der Welt. Woraus wiederum Kriegseinsätze im Ausland gerechtfertigt werden, da Deutschland ja ein „Verteidiger“ der Unterdrückten ist. Wie falsch beide Argumentationen sind lässt sich anhand der Lebensrealität von Asylbewerbern in Deutschland sehen. Diese stellt sich halt weder so dar, dass sie weder Schmarotzer sind, noch dass sie in Deutschland ein menschenwürdiges Leben führen könnten.

Asylbewerber bekommen grade das nötigste gestellt, ihr Regelsatz liegt bei etwa 2/3 von Hartz 4. Die Wohnbedingungen sind meist sehr schlecht, es geht bis dahin, dass ihnen undichte Container als Pflichtwohnungen gestellt werden oder sie in Lagern zusammengeballt leben. Der Staat verbietet ihnen einer Erwerbsarbeit nachzugehen und so ihr Leben erträglicher zu machen. Hinzu kommt das Fehlen jeglicher politischer Rechte, wie Demonstrations- oder Wahlrecht und die andauernde Gefahr abgeschoben zu werden. Dadurch wird ihnen jegliche Chance genommen ein selbstbestimmtes Leben zu führen oder Pläne für die Zukunft zu machen. Somit endet die Flucht vieler Menschen vor Regimen, Verfolgung und Folter hier, eingespert und entrechtet in Deutschland.

Mariama konnte ihrer Abschiebung noch Spanien nur dadurch entgehen, dass sie sich selbst so schwer verletzte, dass sie nicht ausgeflogen werden konnte. Das alleine hätte nicht gereicht, nur durch die solidarische Unterstützung ihrer Mitschüler und Lehrer konnte der öffentliche Druck aufgebaut werden, welcher die Verantwortlichen mittlerweile selbst sagen lässt, dass es unmenschlich war sie abschieben zu wollen. Alleine ist Jeder von uns schwach aber gemeinsam können wir einige Leben verändern!

Bericht über Soli-Brigaden auf Cuba

Gepostet am 16. Oktober 2013 Aktionen

reisetagebuch-label1-180x200Im Sommer 2013 haben insgesamt 50 Jugendliche der SDAJ sechs Wochen auf Cuba verbracht und an der Uni von Havanna an der Erreichtung eines Kulturzentrums mitgewirkt. Zusammen mit 30 KubanerInnen haben wir gelebt, diskutiert und sind gereist. An der Uni haben wir Veranstaltungen durchgeführt und mit Jugendlichen über das Leben im Kapitalismus und im Sozialismus diskutiert.
Wer zwar schon viel über Kuba gehört und gelesen hat, aber immer mal Eindrücke aus erster Hand kriegen wollte, ist an diesem Abend bei uns genau richtig. Und auch, wer sich noch nicht viel mit dem Thema beschäftigt hat und/oder viele Fragezeichen dort sieht, ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns, euch anhand von Fotos, Berichten und Filmmaterial unsere Erfahrungen näher zu bringen, die wir sicher nie vergessen werden. Natürlich dürfen die kubanischen Cocktails dabei nicht fehlen.

Wir freuen uns auf Euch!

Kneipenabend am 15.06.2013, Einlass 20:00 Uhr
Ort: Soziales Zentrum Bochum (U35-Haltestelle Feldsieper Straße)

Wähle den Weg des Widerstands!

Gepostet am 15. September 2013 Aktionen

Am 14. September sind in Bochum tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Abwälzung der Krisenkosten zu demonstrieren. Gewerkschaften, Wohlfahrsverbände und zahlreiche weitere Organisiationen
hatten zu einem bundesweiten „UmFairTeilen“-Aktionstag aufgerufen. Auch SDAJ und DKP trotzdem dem regnerischen Wetter, um gegen Lohndumping, Sozialabbau und Prekäre Beschäftigungsverhältnisse auf die Straße zu gehen.

Die Gewerkschaften, von denen ver.di zahlenmäßig am stärksten vertreten war, kritisierten in den Redebeiträgen die unsoziale Politik, durch dies Konzerne die Krise zur Steigerung ihrer immensen Profite auf dem Rücken
der arbeitenden Menschen nutzen. Dass eine Stimme für SPD und Grüne daran etwas ändern soll – daran glauben immer mehr Menschen nicht mehr.

„Wähle den Weg des Widerstands!“: Unter diesem Motto versuchte die SDAJ in einem gemeinsamen Block mit der DKP, eine klassenkämpferische Perspektive aufzuzeigen. „Gemeinsam mit tausenden KollegInnen und AktivistInnen auf die Straße zu gehen und zugleich bewusst machen, dass eine kämpferische Interessensvertretung mehr bewirkt als die Kreuzchen
auf den Wahlzetteln – das war unser Ziel.“, meint Eric, Vorsitzender der SDAJ Ruhr-Westfalen. „Damit wollten wir auch verhindern, dass dieser Tag als Wahlkampfveranstaltung für Rot-Grün vereinnahmt wird.“

Für uns steht fest: Wir kämpfen selbst für unsere Interessen, in Schule, Uni und Betrieb.
Die Durchsetzung unserer Forderungen nach einem Leben ohne Ausbeutung, Arbeitslosigkeit, Krisen und Krieg werden wir nicht mit, sondern nur gegen die etablierten Parteien erkämpfen können. Daher wählen wir den
Weg des Widerstands!*

* … und machen am 22. September in Ermangelung von Alternativen trotzdem ein Kreuz bei der Linkspartei

Kneipenabend im SZ-Bochum – „Marxismus, was ist das?“

Marx sagte einmal, der Kommunismus sei nicht ein bloßes Ideal, eine Traumgesellschaft, die wir nach unseren Wünschen zusammenbasteln, sondern die wirkliche Bewegung, die mit dem Kapitalismus Schluss mache. Kommunismus beginnt also mit der Untersuchung und Kritik der bestehenden Verhältnisse. Wie diese marxistische Kritik aussieht und wo sie ansetzt, wollen wir mit euch diskutieren. „Die kapitalistische Gesellschaft führt sich auf, als wäre sie gar keine Gesellschaft. […]
Die Kapitalisten führen sich auf, als wollten sie zur Menschheit gar nicht gehören. Na schön.“ (D. Dath)

Wir freuen uns auf Euch!

Einlass 20:00 Uhr
Ort: Soziales Zentrum Bochum (U35-Haltestelle Feldsieper Straße)

Rein in die IG BAU!Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) , erklären uns solidarisch mit euren aktuellen Forderungen in den Tarifauseinandersetzungen!

Von 2000-2010 ist der Reallohn in Deutschland um 5,4% gesunken. Wir können uns also trotz kleineren Lohnerhöhungen immer weniger von unserem Einkommen kaufen. Im Gegenzug steigen die Profite der Banken und Konzerne massiv.
In Zeiten der Krise wird uns gesagt, wir müssten alle „den Gürtel enger schnallen“, die Kassen seien leer und überhaupt müssten wir sparen. Den Belegschaften wird gesagt, dass es momentan illoyal und geschäftsschädigend sei, für eine Erhöhung der Löhne zu kämpfen. Die Kosten der Krise sollen auf uns abgewälzt werden und nicht auf die, die sie verursacht haben, nämlich die Banken und Konzerne. Gerade vor solchen Argumentationen gilt es sich zu schützen und ihnen unsere vereinte Kampfkraft entgegenzusetzen. Wir leiden genauso unter der Krise, mit dem Unterschied, dass wir diese nicht verursacht haben!

Um der Umverteilung des Reichtums hin zu den Unternehmen etwas entgegenzusetzen, ist eine Lohnerhöhung notwendig: Ihr habt bereits den Mindestlohn erkämpft, ein Erfolg der noch in den meisten Branchen fehlt. Dennoch sind eure Forderungen nach einer Erhöhung und die Anpassung der West- und Ost -Löhne weiterhin aktuell und notwendig.

Es freut mich/uns sehr zu sehen wie viele Menschen sich hier versammelt haben. Gebäudereiniger und Gebäudereinigerinnen, sind diejenigen die ich meistens nicht sehe. Ich bin es gewöhnt, dass jemand die Arbeit erledigt, das die Gebäude in denen ich rumlaufe sauber sind. Meistens geschieht das früh morgens oder in der Nacht – nicht während der Zeit in der ein Großteil der Menschen von eurer Arbeit profitiert. Ich kann mir vorstellen, dass die Organisierung und Mobilisierung der Kolleginnen und Kollegen nicht einfach ist.

Der Druck auf die Verhandlungen muss aus der Belegschaft kommen. Lautes Engagement und Aktionen wie diese sind nötig, um zu zeigen, dass die Beschäftigten hinter der IG BAU stehen. Nur so kann in der vierten Runde gestärkt verhandelt werden. Denn Sauberkeit hat ihren Preis!

Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg in eurem Tarifkampf und sichern euch unsere vollste Unterstützung und Solidarität zu!

Kommt zum Pfingstcamp West 2013

Gepostet am 24. April 2013 Aktionen

PC-Flyer_finalVom 17. bis 20. Mai findet in Münster erneut ein Pfingstcamp der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) statt. Von Diskussionen, Vorträgen und Workshops über Sport bis zu Konzerten und Kultur wird euch an diesen vier Tagen wieder ein spannendes Programm geboten:

Neben Runden zu Antimilitarismus, Frauenpolitik und Kommunalen Kürzungen soll es auch diesmal in einer Schüli-Runde um Themen gehen, die SchülerInnen in ihrer Schule oder Schülervertretung besonders interessieren. Ausserdem diskutieren wir in einer Runde die Tarifauseinandersetzungen der letzten Monate und das Thema Leiharbeit. In einer Cuba-Runde beschäftigen wir uns damit wie Sozialismus und Demokratie eigentlich in der Praxis aussehen und was es mit den neuen Wirtschaftsreformen dort auf sich hat. Zwischendurch wird es eine Lesung, Filme, ein Fußballtunier und Anderes geben. Abends geht‘s dann gut gelaunt mit Konzerten und Arbeiterliedern am Lagerfeuer oder auf der Tanzfläche weiter.

Mehr Infos »

Aufruf von SDAJ und DIDF-Jugend zum bundesweiten „Umfairteilen“-Aktionstag am 13.4.2013

In der Bundesrepublik häuft sich der Reichtum bei den Banken und Konzernen. Sie machen Milliardengewinne. Die Anzahl der Milliardäre liegt hierzulande bei über 100, die Zahl der Millionäre bei 800.000! Diesem Reichtum steht bittere Armut auf der anderen Seite gegenüber. Offiziell gibt es 3,14 Mio. Arbeitslose, hinzu kommen diejenigen, die aus der Statistik verschwinden. Es fehlen 300.000 Ausbildungsplätze. Jeder vierte Beschäftigte ist Niedriglöhner. Seit Beginn der Krise 2009 werden die Banken und die Finanzmärkte für die anhaltende Umverteilung verantwortlich gemacht. Allerdings hat sich der Staat in den letzten Jahren als zuverlässiger Helfer aller Großunternehmen bei der Umverteilung von unten nach oben erwiesen, also auch der industriellen Großkonzerne.

Die gesellschaftliche Spaltung in arm und reich hat seine Ursache in der Spaltung in besitzende und nicht besitzende Klassen: Die Eigentümer der Unternehmen, die Großaktionäre, die Unternehmerclans und ihr Management profitieren davon. Ihnen gegenüber stehen die Arbeiter, Angestellten, Azubis, Studierenden und SchülerInnen. Sie sind gezwungen, mit immer weniger Lohn, Gehalt oder Vergütung auszukommen.

Der Staat und die herrschenden Parteien CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP sind diejenigen, die die stattfindende Umverteilung ausführen. Mit Hilfe der Schuldenbremse werden Kommunen finanziell an die Wand gedrückt, im Öffentlichen Dienst wird gekürzt. Gleichzeitig reserviert der Staat Milliarden für den Krisenschutz der Banken und Konzerne und für’s Militär.

Gerade jetzt vor der Bundestagswahl versuchen die herrschenden Parteien, sich wieder ein soziales Image zu geben. Beispielsweise die SPD, die angeblich ihr Herz für MieterInnen entdeckt, aber durch ihre Sozialpolitik hunderttausende Hartz-IV-EmpfängerInnen aus ihren Wohnungen vertreibt.

Gegen die Umverteilung von unten nach oben helfen uns nicht die, die gestern den Niedriglohnsektor geschaffen haben und heute als Retter des Sozialstaates auftreten. Wir müssen uns zur Wehr setzen gegen die herrschenden Parteien, die Banken und Konzerne. Wir unterstützen die Forderung nach einer Vermögenssteuer. Wir kämpfen aber auch darum, dass der gesellschaftlichen Reichtum aus den Händen der Banken und Konzernen und ihrem Staat in die Hände der SchülerInnen, Azubis, Studis und ArbeiterInnen gelangt. Dafür ist weit mehr nötig, als eine Vermögenssteuer. Dazu ist aber auch nötig, das Eigentum an den Banken und Konzernen selbst anzutasten!

  • Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne!
  • Gesetzlicher Mindestlohn von 12 EUR pro Stunde!
  • Unbefristete Übernahme im erlernten Beruf!
  • Verbot von Leiharbeit!
  • Für ein Ausbildungsgesetz – wer nicht ausbildet, muss zahlen!

Treffpunkt für die Demonstration ist am Samstag, 13. April 2013 um 11.55 Uhr das ver.di-Haus in der Universitätsstraße 76. Der Demozug wird an mehreren Orten in Bochum für kurze Zwischenkundgebungen anhalten. Gegen 13.00 Uhr wird der Demonstrationszug für die Abschlusskundgebung den Dr.-Ruer-Platz in der Innenstadt erreichen.

Widerstand durch Solidarität

Gepostet am 4. März 2013 Aktionen

Die SDAJ Bochum nahm am 03.03.2013 an dem OPEL-Solidaritätsfest teil und war mit einem Flyer vertreten:

Die Angriffe seitens der Konzernspitzen von Opel und General Motors auf die ArbeiterInnen in den Opel Werken in Bochum dauern schon Jahre an. Mit der Androhung, diese 2014/2015 endgültig zu schließen, offenbaren die Konzernbosse, dass es ihnen nie darum ging die Werke zu retten, sondern darum sie durch Lohnverzicht der ArbeitnehmerInnen möglichst billig zu schließen.

1993 wurden Tarifleistungen im Tausch gegen Standortgarantien aufgegeben, die Folge waren steigende Gewinne für Opel und erneute Verhandlungen mit dem Konzern 1995, in welchen betriebsbedingte Kündigungen vorrübergehend ausgeschlossen wurden, wenn die ArbeitnehmerInnen auf Teile der Lohnerhöhungen verzichten würden. Nur zwei Jahre später folgte der „sozialverträgliche Abbau“ von 3000 Stellen und dann 2001 erneute Reduzierungen der Lohnerhöhung und des Weihnachtsgeldes. 2005 wurde dann der Zukunftsvertrag verabschiedet – daraus ergaben sich Jobabbau und Kurzarbeit.

Der Kampf um eine Verlängerung der Standortsicherung kann daher nicht wieder durch weitere Zugeständnisse erkauft, sondern muss durch die Kollegen und Kolleginnen gemeinsam erstritten werden. Um bestmögliche Erfolgschancen zu haben, benötigen sie Solidarität auf allen Ebenen: Unterstützung auf lokaler und besonders auf internationaler Ebene seitens der KollegenInnen in den anderen General-Motors-Werken weltweit, um höchstmöglichen Druck auf die Konzernspitze ausüben zu können. Die Vergangenheit hat uns Beispiele geliefert, wie dieser Kampf aussehen kann. So gelang es den ArbeiterInnen des englischen GM-Werkes in Luton 2001 durch einen Streik der von 40.000 KollegInnen mit Solidaritätsaktionen und Streiks in ganz Europa unterstützt wurde, auch seitens der ArbeitnehmerInnen in Bochum, die Kündigungen von 2.000 Mitarbeitern zu verhindern.

Vor nun knapp 5 Jahren setzte Nokia Tausende auf die Straße. Täglich werden Lebensgrundlagen auf Grund der Profitinteressen der Konzernleitung oder AktionärInnen „wegrationalisiert“. Dies geschieht in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt. Der einzige Schutz den es davor gibt ist der gemeinsame Kampf, hier und heute in Bochum, morgen in Spanien und übermorgen vielleicht in Berlin. Denn das ist Kapitalismus: Konzerne werden nach Profitinteresse geführt, trotz katastrophaler Folgen für die ArbeitnehmerInnen. Um auf Dauer gute Lebensumstände sichern zu können, müssen wir gegen die Macht der Banken und Konzerne ankämpfen. Wir müssen für eine Wirtschaftsform kämpfen in der nicht der Profit im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch.