Holt den Vogel runter! 100 Jahre Widerstand gegen den deutschen Imperialismus.

Immer noch Hauptfeind

100 Jahre alt ist die Lüge jetzt schon. Damals begründete die SPD ihre Zustimmung zum ersten Weltkrieg mit der Notwendigkeit, das russische Proletariat vom zaristischen Despotismus zu befreien. Die Wahrheit ist: Es ging damals nicht um „Demokratie und Freiheit“, sondern um Profite und Absatzmärkte für deutsche Banken und Konzerne. Und auch wenn sie schon 100 Jahre alt ist, hat die Lüge nicht ausgedient. Die deutsche Beteiligung und Unterstützung an der Intervention in Syrien wird ebenfalls mit Freiheit und Demokratie gerechtfertigt. In den Medien wird das Bild eines blutrünstigen irren Diktators entworfen, dessen Volk man jetzt aber mal dringend befreien muss. In Wahrheit geht es auch hier um Einflussgebiete und Absatzmärkte im Nahen Osten. 1917 bzw. 1918 machten die Arbeiter und Soldaten dem blutigen Schlachten ein Ende, indem sie sich gegen ihre eigenen Herren und Ausbeuter erhoben. Und auch wenn wir davon heute in Deutschland noch weit entfernt sind, bleibt es doch unsere internationalistische Pflicht, in unserem Kampf gegen den deutschen Militarismus nicht nachzulassen. Heute heißt das vor allem: Bundeswehr raus aus den Schulen, den Arbeitsämtern, raus aus Afghanistan und allen anderen Auslandseinsätzen, ein Ende der verdeckten Intervention gegen Syrien und keine weitere Militarisierung des Inneren, wo gerade mit dem Aufbau der Regionalen Sicherheits- und Unterstützungskräften (RSUK) eine Bürgerkriegstruppe gegen die eigenen Bevölkerung aufgestellt wird, die sehr an die Freikorps der Weimarer Republik erinnert. Das alles zeigt: Der Hauptfeind steht noch immer im eigenen Land und sein Name ist „deutscher Imperialismus“. Mehr dazu in diesem Heft.

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