Immer schön flexibel bleiben!?

Gepostet am 4. Mai 2011 AJP Aktionen

Leiharbeit abschaffen!Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat viele Seiten und ist noch nicht vorbei. Vor allem wir Jugendlichen haben mit den Auswirkungen zu kämpfen. Die Rettungsschirme und Milliardengeschenke an die Banken und Konzerne kosten derartige Steuersummen, die sie sich vor allem bei uns, bei Frauen und den MigrantInnen durch Kürzungen im Sozial- und Bildungswesen wiederholen. Doch auch in der „freien Wirtschaft“ ist nix mit Freude schöner Götterfunken. Wurden zwischen Juni 2008 und Juni 2009, also im Krisenjahr, fast 40 % aller LeiharbeiterInnen entlassen, machen sie seit 2009 über 20% aller neu abgeschlossenen Beschäftigungsverhältnisse aus. Bei den unter 35-jährigen Arbeitenden, sind heute 28% in Leiharbeit beschäftigt. So sieht das Wirtschaftswunder des deutschen Kapitalismus aus.

LeiharbeiterInnen haben zwar keine Planungssicherheit, weniger Mitbestimmungsmöglichkeiten im Betrieb, sind einem enormen Druck ausgesetzt – oft auch durch KollegInnen, die sie als harte Konkurrenz wahrnehmen – und sind jederzeit kündbar. Sie werden dafür aber im Schnitt 23% schlechter bezahlt als ihre KollegInnen.

Wir müssen dem Trend der Leiharbeit unser Recht auf Arbeit, Ausbildung und Übernahme im erlernten Beruf entgegensetzen. Arbeitszeitverkürzung ist die Überschneidung mit den regulär beschäftigten KollegInnen, die alle unsere Rechte Möglich macht. Sonst sind die LeiharbeiterInnen spätestens in der nächsten Krise weg vom Fenster. Bis dahin schwächen sie die Betriebsräte und Tarifverträge. Der Mindestlohn ist auch nur ein Schutz der deutschen Leiharbeitsfirmen gegenüber anderen EU-Anbietern und ermöglicht noch immer kein menschenwürdiges Leben.

Besonders zynisch ist es dann wenn Leiharbeitsfirmen wie „jobs. in time“ nicht viel mehr als lügen, wenn sie sagen: „Immer schön flexibel bleiben. Mit einer Festanstellung in Zeitarbeit.“ Aber eine Festeinstellung ist etwas anderes. Wir wollen auch nicht flexibel bleiben. Unsere Umfragen an den Jobcentern haben auch bestätigt, dass wir kein Interesse haben flexibler zu sein. Wir wollen Sicherheit, Geld und Freizeit und wenn das mit deren Profitstreben nicht vereinbar ist, dann werden wir halt kämpfen. Wir wollen am 21.Mai eine Aktion vor der „Jobs. in time“- Geschäftsstelle in der Bochumer Innenstadt veranstalten.

Wir laden alle interessierten Gruppen und Einzelpersonen ein am Dienstag den 10. Mai mit uns die Aktion zu planen und zu gestalten, auch inhaltlich. Wir treffen uns dafür um 19:00 Uhr im „Sozialen Zentrum“ Josephstr. 2 (Ecke Schmechtingstr.) in Bochum-Hamme und die Aktion ist dann am 21. Mai 2011 vor der „jobs. in time“-Filiale in der Kortumstr. 50. Ihr seid alle zur Teilnahme eingeladen und aufgerufen.

Gemeinsam die Profiteure von Leiharbeit an den Pranger stellen. Ausbildung, Übernahme Arbeit von der man gut Leben kann, statt Spaltung der Belegschaften und mies bezahlter Arbeit.

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