Das deutsche Schulsystem wird umgebaut. Mittlerweile gibt es in nur noch fünf Bundesländer Hauptschulen, da Haupt und Realschule immer öfter zusammengelegt werden, weil die Zahl der Hauptschüler stark abnimmt. Diese zusammengelegten Schulen sind im Gegensatz zu den Gymnasien „Restschulen“, ihre Ausstattungen usw. sind noch schlechter. Der Umbau der Schularten ist nicht zufällig, die Entwicklung ist eindeutig: Bald wird es in Deutschland gar keine Hauptschulen mehr geben. Stattdessen wird die Schere zwischen Gymnasium und „Restschule“ vergrößert, um es Arbeitgebern noch leichter zu machen, ihre zukünftigen Arbeitskräfte der Konkurrenz auszusetzen und sich die Besten auszusuchen.

Leistungsdruck und unterfinanzierte Schulen sind kein Zufall

Die neuen „Restschulen“ verschärfen die Konkurrenz zwischen den SchülerInnen und damit sorgen so bei einem immer größeren Teil für Perspektivlosigkeit. Zudem wird uns durch das Turboabi (G8) die Möglichkeit erschwert Abitur zu machen, wenn wir nicht direkt nach der Grundschule auf‘s Gymnasium gegangen sind. Aber auch die GymnasiastInnen sind der Selektion und dem Leistungsdruck ausgeliefert. Es besteht die dauerhafte Gefahr, vom Gymnasium auf eine „Restschule“ wechseln zu müssen, wenn sie nicht mithalten können. Daneben wurde uns am Gymnasium durch das Turboabi (G8) ein Jahr gestrichen, ob wohl wir die gleiche Menge an Schulstoff lernen müssen. Daher leiden immer mehr SchülerInnen unter Burn-Out.

Verschärfte Selektion durch Zweigliedrigkeit und Turboabi ist im Interesse der Herrschenden

Für wen wird das Ganze betrieben? Der Wirtschaft reicht es, wenn nur ein Teil der SchülerInnen – die GymanisialschülerInnen – einen relativ hohen Bildungsstand vermittelt bekommt, während es genügt, wenn die anderen viel weniger Kenntnisse vermittelt bekommen. Der Konkurrenzwahn wird nicht aufhören, solange unsere Bildung nur dazu dient, die ArbeiterInnen von morgen auszubilden und damit Profite zu erwirtschaften. Bildung ist ungleich verteilt, der Wechsel aufs Gymnasium, um auch Abitur machen zu können, wird immer schwerer. Und selbst wenn wir das schaffen würden, müssten wir uns Bücher und Nachhilfe leisten können. Wir wollen nicht, dass nich mehr ausgesiebt wird, dass Leistungsdruck und der Geldbeutel unserer Eltern unseren Schulalltag bestimmen. Die Banken und Konzerne werden das nicht ändern. Wenn wir es so nicht mehr wollen, müssen wir also selber aktiv werden.

Es reicht – Wir wollen keine Schule gegen unsere Interessen – rein in die SV!

Jetzt stehen die Wahlen der SchülerInnenvertretung an. Werde aktiv in deiner Vertretung, ob als KlassensprecherIn oder in der Vertretung für die ganze Schule. Wenn du deine Interessen als SchülerIn vertreten willst, ist es mit (natürlich spaßigen) Kinoabenden und SV-Parties nicht getan: Stehe selbst für deine Interessen ein. An der eigenen Schule musst Du ansprechen, was schief läuft, was gegen unsere Interessen durchgesetzt wird. An deiner Schule kannst Du Widerstand organisieren – nicht nur gegen das Bildungssystem, sondern auch gegen andere Dinge, die dich stören. Auch Nazis und Rassismus oder anderer Scheiße kannst du zusammen mit anderen viel mehr entgegensetzen, als wenn du allein bist.

Was wir brauchen, ist eine Schule, die nach den Interessen der SchülerInnen und nicht nach den Interessen der Banken und Konzerne aufgebaut ist. Wir brauchen eine Schule für alle, denn nur gemeinsames Lernen aller SchülerInnen kann der Beginn von Chancengleichheit in der Bildung sein. Weg mit Turboabi (G8) – Gegen Konkurrenzkampf, Aussieben und Leistungsdruck! Schluss mit dem mehrgliedrigen Schulsystem – Eine Schule für alle! Geld für Bildung statt für Banken und Konzerne!