Kein Mensch ist illegal!

Gepostet am 22. Oktober 2013 Antirassismus

Im April versuchte der deutsche Staat die Bochumer Schülerin Mariama über Spanien nach Guinea abschieben. In beiden Ländern hatte sie grausame Erfahrungen gemacht. Sie lebt in Bochum hat hier ihre Freunde und versucht ihren Schulabschluss zu machen.

Wie Mariama kommen aus aller Welt Flüchtlinge nach Europa und so auch nach Deutschland, weil Katastrophen, Kriege und Verfolgung das Leben in ihren Heimatländern unerträglich macht. Um in Deutschland bleiben zu dürfen, müssen sie Asyl beantragen. Wegen der harten Bedingungen und den anstrengenden und tief persönlichen Befragungen über ihre teilweise traumatischen Erfahrungen, werden viele sofort wieder in ihre Heimatländer abgeschoben. Es bekommen Ca. 2 von 100 Asyl.
Politisch wird die Situation von Asylbewerbern auf zwei verschiedene Arten von rechten und systemtragenden Parteien genutzt: Seitens rechter Parteien um gegen Ausländer und Immigranten zu hetzen, da diese nicht arbeiten und trotzdem Sozialleistungen beziehen. Diese Hetze geht soweit, dass es in Duisburg und Berlin zurzeit wieder zu massiven Übergriffen auf Asylbewerbern kommt, welche an Rostock Lichtenhagen erinnern lassen. Systemtragende Parteien nutzen Asylbewerber um Deutschland als Zuflucht der Unterdrückten und Verfolgten darzustellen. Deutschland der Bewahrer der Menschenrechte in der Welt. Woraus wiederum Kriegseinsätze im Ausland gerechtfertigt werden, da Deutschland ja ein „Verteidiger“ der Unterdrückten ist. Wie falsch beide Argumentationen sind lässt sich anhand der Lebensrealität von Asylbewerbern in Deutschland sehen. Diese stellt sich halt weder so dar, dass sie weder Schmarotzer sind, noch dass sie in Deutschland ein menschenwürdiges Leben führen könnten.

Asylbewerber bekommen grade das nötigste gestellt, ihr Regelsatz liegt bei etwa 2/3 von Hartz 4. Die Wohnbedingungen sind meist sehr schlecht, es geht bis dahin, dass ihnen undichte Container als Pflichtwohnungen gestellt werden oder sie in Lagern zusammengeballt leben. Der Staat verbietet ihnen einer Erwerbsarbeit nachzugehen und so ihr Leben erträglicher zu machen. Hinzu kommt das Fehlen jeglicher politischer Rechte, wie Demonstrations- oder Wahlrecht und die andauernde Gefahr abgeschoben zu werden. Dadurch wird ihnen jegliche Chance genommen ein selbstbestimmtes Leben zu führen oder Pläne für die Zukunft zu machen. Somit endet die Flucht vieler Menschen vor Regimen, Verfolgung und Folter hier, eingespert und entrechtet in Deutschland.

Mariama konnte ihrer Abschiebung noch Spanien nur dadurch entgehen, dass sie sich selbst so schwer verletzte, dass sie nicht ausgeflogen werden konnte. Das alleine hätte nicht gereicht, nur durch die solidarische Unterstützung ihrer Mitschüler und Lehrer konnte der öffentliche Druck aufgebaut werden, welcher die Verantwortlichen mittlerweile selbst sagen lässt, dass es unmenschlich war sie abschieben zu wollen. Alleine ist Jeder von uns schwach aber gemeinsam können wir einige Leben verändern!